Theater heute Jahrbuch 2011
Wuteinfälle
Wuteinfälle
Wut ist nicht des Rätsels Lösung, aber sie kann ein Anfang sein. 19 Zornwallungen:
Herbert Fritsch
Wer rumschreit, hat Unrecht?
Dabei ist Wut was Wunderbares! Und man muss sich doch wenigstens wehren dürfen: gegen Regisseure, Radfahrer, die Bahn zum Beispiel. Von Herbert Fritsch.
Björn Bicker
Horrorladen Mehrheitsgesellschaft
Die verlogene deutsche Roma-Politik und die Krise der Repräsentation. Von Björn Bicker.
Philipp Löhle
Eine deutsche Erfindung
Einfühlung in den Wutbürger.
Wiebke Puls
Das Au!-Wort
Der Authentizitätshype im Theater schadet dem Beruf des Schauspielers. Ein Glaubensbekenntnis
Peter Carp
Richtig doof ablachen
Warum ausgerechnet im Theater?
Sebastian Hartmann
Epizentrum Macht
Im Zentrum aller Werte stehen Wertpapiere.
Luc Bondy
Auf produktiven Hass warten
Weil wir nichts anderes können, machen wir tüchtig weiter. Von Luc Bondy.
Matthias Lilienthal
Wutbürger nach Berlin!
Dort gibt es viel zu tun: die Humboldt Box besetzen, den Dom fluten. Von Matthias Lilienthal.
Marlene Streeruwitz
Wider die Kontrollwut
Ist das Wut, wenn man oder frau es immer gerade erst wird ... Von Marlene Streeruwitz.
Werner Düggelin
Freiheit!
Ohne Wut nix los. Von Werner Düggelin.
Dennis Kelly
Was uns in die Scheiße geritten hat ...
.... war der Kapitalismus auf Speed. Wann wird die europäische Linke endlich wütend? Von Dennis Kelly.
Shermin Langhoff
Aufklärung und Rassismus
... oder die komplizierte Sache mit dem «Verrückten Blut» – eine verkürzte Darstellung. Von Shermin Langhoff.
Oliver Kluck
Das Schreiben kommt nach der Wut
Das menscheneigene Verarschungsmaß ist voll. Von Oliver Kluck.
Christian von Treskow
Lebendig begraben
Was haben Salatgurken und das Wuppertaler Theater miteinander gemein? Von Christian von Treskow.
Joachim Lux
Hilfssheriffs im Authentizitätsterror
Urböse oder hip: die neuen Öffentlichkeiten.
Peter Kern
Intendanten küsst man nicht
Ein Tötungsversuch. Von Peter Kern.
René Pollesch
Sanftheit generiert Rhythmusprobleme
Warum will niemand mein Diplom sehen? Von René Pollesch.
Armin Petras
Der Mut zur Wahrheit
Was Frau Merkel und Sokrates verbindet. Von Armin Petras.
Simon Stephens
Impotenz! Gier! Selbstgefälligkeit!
Wut beengt und blockiert. Deshalb spielt man sie besser aus. Gedanken zu David Cameron. Von Simon Stephens.
Diedrich Diederichsen
Rohstoff Wut
Wer wütend ist, glaubt recht zu haben. Aber wie wird aus Wut-Energie gesellschaftliche Auseinandersetzung und politischer Streit? Braucht es dafür neue Formen? Und wie könnten die aussehen? Von Diedrich Diederichsen.
2
Der konstitutive Konflikt
So wie jetzt und mehr?
Warum das Theater von Konfliktvermeidung auf Konflikterzeugung umstellen und es sich nicht in der Nische bequem machen sollte. Von Franz Wille.
3
Renaissance der Regie-Intendanz
Strategie Schrotflinte
Ein Gespräch mit den Intendanten Johan Simons, Martin Kusej und Staffan Valdemar Holm über den fremden Blick, die Panik des Anfangs und ihr Selbstverständnis als internationale Theatermacher
4
Die Spieler des Jahres
Der Sieger und seine Verfolger
Jens Harzer und 29 weitere Schauspieler des Jahres, gepriesen von seinen, ihren größten Bewunderern
Rumstehen und leuchten
Lina Beckmann hat eigentlich noch nie eine richtige Hauptrolle gespielt. Aber jetzt ist sie Schauspielerin des Jahres. Ein Porträt
5
Die Dramen des Jahres
Das Parasitärdrama...
... dockt an den Wirt an. Der ist meistens die Wirklichkeit.
«Die spielen nicht das Klischee!»
Ein Gespräch mit Regisseur Nurkan Erpulat, Theaterleiterin Shermin Langhoff, der Schauspielerin Sesede Terziyan und dem Ensemble von «Verrücktes Blut» über postmigrantisches Theater, die Fallen des Stereotyps...
6
Die Kleider des Jahres
Die Wiederkehr des Reifrocks
Victoria Behrs Kostüme, zum Beispiel Noras 50-Meter-Tüllrock, sind schwer zu übersehen.
Dafür schätzt sie nicht nur Herbert Fritsch. Ein Porträt
7
Köln bleibt Köln!
Lieber konkret
Chefdramaturgin Rita Thiele ist die Frau hinter den Kulissen des Schauspiels Köln. Sie hat einen großen Anteil am anhaltenden Erfolg des Theater des Jahres. Ein Porträt
Kritikerumfrage
44 Kritiker nennen Höhepunkte der Saison 2010/11
Jeder Kritiker kann sich mal irren, das ist nur menschlich. Aber dass sich 44 Kritiker(innen) irren, ist schon aus Wahrscheinlichkeits-Gründen völlig ausgeschlossen. Weshalb der jährlichen Kritiker-Umfrage fast göttliche Unfehlbarkeit zukommt: die (Kunst-)Urteile des Jahres.
Theater heute
Die Höhepunkte des Jahres
Was es zu verlieren gibt
Stéphane Laimés Fifties-Museum für den «Tod eines Handlungsreisenden»
9
Die neuen Stücke
Joachim Lux über Peter Handkes «Immer noch Sturm»
Geschichten der Verwüstung
Der gelbe Fleck
Andreas Beck über Paulus Hochgatterers «Makulatur»
Am Boden geblieben
Horst Busch über Lukas Hammersteins «Damals wurde es irgendwie heller»
Generation Internet
Marie Rötzer über Daniel Karasiks «Die Unschuldigen»
Gretchenpalimpsest aus dem Keller
Roland Koberg über Elfriede Jelineks «Faustin and out»
Das soziale Mobile
Andreas Erdmann über Dennis Kellys «The Ritual Slaughter of Gorge Mastromas»
Unbeweisbar wahr
Regula Schröter über Daniel Kehlmanns «Geister in Princeton»
Was sie sagen, ist nicht wahr
Sebastian Huber über Franz Xaver Kroetz’ «Du hast gewackelt. Requiem für ein liebes Kind»
Warteraum Vergangenheit
Florian Hirsch über Oliver Klucks «Die Froschfotzenlederfabrik»
«Oh yeah, baby, talk commie ...»
Ingoh Brux über Tony Kushners «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to the Scriptures»
Die Geschichte sind wir
Holger Schultze über Dirk Lauckes «Alles Opfer! Oder Grenzenlose Heiterkeit»
Spinning for Life
Esther Holland-Merten über Susanna Mewes «Die Handgriffe der Evakuierung»
Totenbeschwörung auf der Insel
Bettina Schültke über Emine Sevgi Özdamars «Sterben in der Fremde»
Vaterschmerz
Thomas Laue über Biljana Srbljanovics «Das Leben ist kein Fahrrad»
Weiße Nächte
Julia Lochte über Simon Stephens’ «Three Kingdoms»
Aus heiterem Himmel
Carmen Wolfram über Juri Sternburgs «Der Penner ist jetzt schon wieder woanders»
Ein weißes Mittelklassekind
Bernd Stegemann über Jack Thornes «Bunny»
Todestänze
Stefan Schmidtke über Iwan Wyrypajews «Delhi, ein Tanz»