Wutbürger nach Berlin!
Es ist merkwürdig: Eigentlich gilt Berlin als Zentrum der Unzufriedenen und Protestierenden und Stuttgart als Ort, wo Reichtum und Zufriedenheit herrschen. Und jetzt ist Stuttgart das revolutionäre Zentrum und Berlin die Insel der Spießigkeit. Berlin hat sich aufgelöst in viele Szenen, die immer auf der Jagd nach den eigenen Projekten sind. Das eigene Leben erscheint dabei auch eher ein fiktives Projekt, und als solches steht man dem auch eher mit einer gewissen Ironie gegenüber. Da ich selbst Teil dieser Szene bin, geht es mir nicht anders.
Die letzte Auseinandersetzung, in der es noch um anderes ging, war der Kampf um den Palast. Anfänglich war auch das die beschriebene merkwürdige Mischung. Eigentlich ging uns dieses Gebäude nämlich nichts an. Aber da die offizielle Republik sich gerade mit dem Kampf gegen den Palast identifizierte, entdeckten wir die leere Betonhülle und die Lust an der temporären Zwischennutzung. Es ist auch ein Skandal, wie die Stadt Berlin alle DDR-Architektur aus der Mitte der Stadt getilgt hat. Einzig der Fernsehturm ist erhalten. Aber er war ästhetisch auch am leichtesten integrierbar.
Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad an der leeren Wiese vorbei. Eines ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Matthias Lilienthal, Seite 18
von Matthias Lilienthal
Was ist das für eine Justiz?», könnte man fragen, die eigentlich überzeugt ist von der Schuld einer Gruppe von Angeklagten, denen die vielfache Vergewaltigung und anschließende Ermordung eines fünfjährigen Jungen zur Last gelegt wird, und die doch die Waffen streckt und alle Beschuldigten freispricht, gegen ihre in der Urteilsbegründung geäußerte Überzeugung? «Was...
Irene Bazinger, «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
Deutschsprachiges Stück: Ewald Palmetshofer «tier. man wird doch bitte unterschicht»
Ausländisches Stück: Lucy Prebble «Enron»
Inszenierung und Dramaturgie: Marius von Mayenburg, Mayenburg «Perplex», Schaubühne Berlin
Bühnenbild/ Kostüme: Bühne: Katja Haß, Herzberg «Über Leben», Deutsches Theater Berlin Kostüme: Bert...
Iwan Wyrypajew will, dass seine Stücke nicht mehr gespielt werden. «Juli», «Sauerstoff», «Genesis Nr. 2»: «Schluss damit! Das war Experimentierphase», sagt er und verwirrt mich, der junge Russe: «Das neue Stück muss ich noch abkühlen lassen – die Emotionalität wegstreichen.» Aber haben nicht seine Theatertexte gerade wegen « … der Gier, der Erotik des Opfers, der...
