Das Schreiben kommt nach der Wut
I.
Dem Wunsch der Redaktion nach einem Wutanfall und ungezügelter Wut muss ich wie folgt begegnen: Selbst mir, dem durch sich abwechselnde und ergänzende Ungeduld und Verschlafenheit viel entgeht, konnte unmöglich entgehen, dass ich mich durch eigenes Zutun offensichtlich zum Wutlieferanten qualifiziert habe.
Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass es mir durchaus bewusst ist, dass der Wütende in unserer Kultur als der Idiot dasteht, der erst jetzt bemerkt, was alle anderen längst wissen und sich zudem über Kleinigkeiten erregt, über die der zivilisierte Mensch selbstverständlich hinwegsieht. Gleichfalls ist allerdings auch anzumerken, dass die Idiotenrolle für mich besser zu ertragen ist als die Rolle desjenigen, den es sich gut verarschen lässt. In diesem Zusammenhang hatte ich an anderer Stelle bereits Auskunft gegeben, dass das menscheneigene Verarschungsmaß, in das nach Belieben Verarschung hinein gefüllt werden kann, bei mir, ganz sicher aus einem soziologischen Defekt heraus, bis obenhin voll ist, ich mich gerne weiter verarschen ließe, es leider nur nicht mehr ertragen kann, verarscht zu werden, weshalb ich mich nun gezwungenermaßen entschieden habe, gegen jede Form von ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Oliver Kluck, Seite 30
von Oliver Kluck
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Princeton Anfang der 50er Jahre: Täglich verlässt ein ungleiches Freundespaar gegen Abend das Institute for Advanced Study und spaziert, tief in Diskussionen verstrickt, durch die Straßen der beschaulichen Universitätsstadt. Der eine ist der weltberühmte Physiker Albert Einstein, lebenslustig, wohlgenährt, meist ohne Socken unterwegs; sein Begleiter ist Kurt Gödel:...
Peter Handkes «Immer noch Sturm» ist kein Stück, kein Drama, kein Lesedrama, keine Prosa, sondern eine für das Theater gedachte szenische Erzählung. Der Sprache nachhören und sie dennoch szenisch zu vergegenwärtigen, sie ins Figurenspiel zu holen, ohne sie zu verkleinern, dem Theater zu seinem Recht zu verhelfen, ohne die Literatur zu zerstören, ein...
