Das Schreiben kommt nach der Wut

Das menscheneigene Verarschungsmaß ist voll. Von Oliver Kluck.

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I.
Dem Wunsch der Redaktion nach einem Wutanfall und ungezügelter Wut muss ich wie folgt begegnen: Selbst mir, dem durch sich abwech­selnde und ergänzende Ungeduld und Verschlafenheit viel entgeht, konnte unmöglich entgehen, dass ich mich durch eigenes Zutun offen­sichtlich zum Wutlieferanten qualifiziert habe.

Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass es mir durchaus bewusst ist, dass der Wütende in unserer Kultur als der Idiot dasteht, der erst jetzt bemerkt, was alle anderen längst wissen und sich zudem über Kleinigkeiten erregt, über die der zivilisierte Mensch selbstverständlich hinwegsieht. Gleichfalls ist allerdings auch anzumerken, dass die Idiotenrolle für mich besser zu ertragen ist als die Rolle desjenigen, den es sich gut verarschen lässt. In diesem Zusammenhang hatte ich an anderer Stelle bereits Auskunft gegeben, dass das menscheneigene Verarschungsmaß, in das nach Belieben Verarschung hinein gefüllt werden kann, bei mir, ganz sicher aus einem soziologischen Defekt heraus, bis obenhin voll ist, ich mich gerne weiter verarschen ließe, es leider nur nicht mehr ertragen kann, verarscht zu werden, weshalb ich mich nun gezwungenermaßen entschieden habe, gegen jede Form von ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Oliver Kluck, Seite 30
von Oliver Kluck

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