Aus heiterem Himmel
Videobilder in nebligen Grautönen, unscharf und verschwommen – beleuchtet von kaltem Neonlicht, aufgezeichnet von Überwachungskameras in Berliner U-Bahnhöfen. Es sind verstörende Bilder, die in den letzten Wochen wieder und wieder zu sehen waren. Bilder von Schlägen und Tritten gegen Kopf und Körper, von brutalen Übergriffen Jugendlicher auf harmlose Passanten. Als sich Gewalt derart prägnant sichtbar im öffentlichen Raum entfaltete, war die Schockwirkung immens.
Spektakuläre Fälle – und vor allem spektakuläre Bilder – erzeugen Gefühle von Bedrohung und werfen Fragen von Erziehung, Bildung, Integrationsproblemen, Justiz und Strafen auf. Wie immer in solchen Fällen haben Erklärungsversuche Konjunktur in den Medien. Dabei gehört es zu den Unbegreiflichkeiten dieser Angriffe, dass sie jeder kriminellen Logik zu entbehren scheinen. Habgier oder Neid, diese fassbaren Antriebe finden wir begreifbar, nicht aber Gewalt, die sich um ihrer selbst willen entlädt. Sogar der versuchte Diebstahl einer Geldbörse, der in Mord mündet, bleibt erklärbar. Wie Jugendliche aber ohne Grund, «aus heiterem Himmel», zu grausamen Schlägern werden, bleibt trotz aller Forschungen ein verstörendes Rätsel.
Juri ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 172
von Carmen Wolfram
Uraufführungen
A
Frank Abt/Dirk Schneider Wenn die Sonne immer noch so schÖn scheint … (Theater Osnabrück) ·· Andcompany & Co. nach Schiller Der (kommende) Aufstand (Oldenburgisches Staatstheater) ··Sefi Atta Hagel auf Zamfara (Theater Krefeld/ Mönchengladbach)
B
Lukas Bärfuss ZwÖlftausend Seiten (Schauspielhaus Zürich) ·· Martin Baltscheit Die besseren...
Vielleicht nur eine Laune der Geschichte, vielleicht aber auch eine besondere Bedeutung: Die Regie-Intendanten sind zurück. Mit Staffan Valdemar Holm in Düsseldorf, Martin Kusej und Johan Simons in München bestimmen wieder drei erfahrene Bühnenstrategen über einige der größten Häuser der Bühnenrepublik. Ein Gespräch über die Situation am Stadttheater, neue...
... ist fürs Schauspiel Köln und seine Intendantin Karin Beier die diesjährige Kritikerumfrage: Wie im letzten Jahr wird die Domstadt- bühne Theater des Jahres (7 Stimmen), und wie im letzten Jahr hat Karin Beier die Inszenierung des Jahres gemacht; 10 von 44 Kritikern jedenfalls fanden, dass Elfriede Jelineks Natur-versus-Mensch-Trilogie «Das Werk/Im Bus/Ein...
