Lieber konkret

Chefdramaturgin Rita Thiele ist die Frau hinter den Kulissen des Schauspiels Köln. Sie hat einen großen Anteil am anhaltenden Erfolg des Theater des Jahres. Ein Porträt

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Mit Chören kennt Rita Thiele sich aus, seit sie mit Einar Schleef gearbeitet hat. Und war die Mobilisierung der Kölner Öffent­lichkeit nicht auch eine, wenngleich ungeordnete, Massen-Choreografie? Das Bürgerbegehren, an dessen Spitze sich das Schauspielhaus unter der Intendantin Karin Beier stellte, um den Abriss des Rip­hahn-Gebäudes am Offenbachplatz – trotz bereits verabschiedeter Neubaupläne – noch zu verhindern, war eine von zwei Aktionen, mit der das Theater in der Stadt Position bezog.

Das zweite Ereignis: der Archiv-Einsturz in der Südstadt im März 2009 – eineinhalb Jahre später produktiv gemacht durch Elfriede Jelineks Text «Ein Sturz», mit dessen Uraufführung Beier ihre Saison spektakulär eröffnete. Die Trilogie «Das Werk/Im Bus/ Ein Sturz» über von Menschen verursachte Natur-Katastrophen enthielt natürlich auch eine Chor-Passage.

Man darf spekulieren, welchen Einfluss die Dramaturgin Rita Thiele auf diese starke Setzung und formale Zäsur hatte mit Goethes & Schuberts «Gesang der Geister über den Wassern», vorgetragen von einer schmucken halben Hundertschaft Marschkörper-Choristen. Für Karin Beier jedenfalls bedeutet der elementare Einschub ein Novum. So wie überhaupt die ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Köln bleibt Köln!, Seite 128
von Andreas Wilink

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