«Die spielen nicht das Klischee!»
Als Sie alle das «Verrückte Blut» im vergangenen Jahr herausgebracht haben, tobte gleichzeitig die Sarrazin-Debatte. Ihre gefeierte und auch beim Berliner Theatertreffen gezeigte Aufführung handelt von einer konfliktgeladenen Schulklasse und spielt mit den Klischees, aber auch den Wahrheiten von muslimischen Macho-Jungs und vermeintlich unterwürfigen Kopftuchmädchen; sie spielt zugleich mit Schiller, mit den einst revolutionären deutschen Bildungsidealen und den Absurditäten einer heutigen Leitkultur. Damit haben Sie die ganze Sarrazin-Debatte auf fulminante Weise erübrigt.
War Ihnen gleich bewusst, was für ein heißes Eisen Sie da schmieden?
Sesede Terziyan Das alles sind Themen, mit denen wir groß geworden sind. Dafür habe ich keinen Thilo Sarrazin gebraucht. Und wenn die Bundesrepublik ihn braucht, um über etwas zu reden, was seit Jahrzehnten fällig gewesen wäre, dann ändert das nichts an meinen Erfahrungen.
Nora Abdel-Maksoud Ich war relativ erschrocken über die Debatte. Wir hatten keine Ahnung von unserem Timing und den Folgen. Doch für mich ist es eine große Genugtuung, dass wir einen Gegenentwurf setzen.
Wer von Ihnen hat Sarrazin gelesen?
Terziyan Ich nur, weil ich mich ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Dramen des Jahres, Seite 102
von
Theater heute Drei Regisseure, die sich entschlossen haben, Verantwortung für ein Theater zu übernehmen, sitzen hier am Tisch: Johan Simons ist bereits seit einem Jahr Intendant der Münchner Kammerspiele, Martin Kusej übernimmt zur nächsten Spielzeit das Bayerische Staatsschauspiel in München, Staffan Valdemar Holm das Schauspielhaus in Düsseldorf. Eine Runde von...
Uraufführungen
A
Frank Abt/Dirk Schneider Wenn die Sonne immer noch so schÖn scheint … (Theater Osnabrück) ·· Andcompany & Co. nach Schiller Der (kommende) Aufstand (Oldenburgisches Staatstheater) ··Sefi Atta Hagel auf Zamfara (Theater Krefeld/ Mönchengladbach)
B
Lukas Bärfuss ZwÖlftausend Seiten (Schauspielhaus Zürich) ·· Martin Baltscheit Die besseren...
Ein Schauspieler ist er nicht, er will kein Schauspieler sein. Seine Kollegen mögen Schauspieler sein, was für ihn heißt: Mensch-Maschinen. Er will sich nicht verbiegen. Sich Figuren zu widmen, hat er nicht nötig. Ihm reicht es, er selbst zu sein, und er ist sich sicher, dass er mit der Zur-Schau-Stellung seiner Tagesform dem Publikum das größte nur denkbare...
