«Die spielen nicht das Klischee!»

Ein Gespräch mit Regisseur Nurkan Erpulat, Theaterleiterin Shermin Langhoff, der Schauspielerin Sesede Terziyan und dem Ensemble von «Verrücktes Blut» über postmigrantisches Theater, die Fallen des Stereotyps...

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Als Sie alle das «Verrückte Blut» im vergangenen Jahr herausgebracht haben, tobte gleichzeitig die Sarrazin-Debatte. Ihre gefeierte und auch beim Berliner Theatertreffen gezeigte Aufführung handelt von einer konfliktge­lade­nen Schulklasse und spielt mit den Klischees, aber auch den Wahrheiten von muslimischen Macho-Jungs und vermeintlich unterwürfigen Kopftuch­mädchen; sie spielt zugleich mit Schiller, mit den einst revolutio­nären deutschen Bildungsidealen und den Absurditäten einer heutigen Leitkultur. Damit haben Sie die ganze Sarrazin-Debatte auf fulminante Weise erübrigt.

War Ihnen gleich bewusst, was für ein heißes Eisen Sie da schmieden?

Sesede Terziyan
Das alles sind Themen, mit denen wir groß geworden sind. Dafür habe ich keinen Thilo Sarrazin gebraucht. Und wenn die Bundesrepublik ihn braucht, um über etwas zu reden, was seit Jahrzehnten fällig gewesen wäre, dann ändert das nichts an meinen Erfahrungen.

Nora Abdel-Maksoud
Ich war relativ erschrocken über die Debatte. Wir hatten keine Ahnung von unserem Timing und den Folgen. Doch für mich ist es eine große Genugtuung, dass wir einen Gegenentwurf setzen.

Wer von Ihnen hat Sarrazin gelesen?

Terziyan Ich nur, weil ich mich ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Dramen des Jahres, Seite 102
von

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