Weiße Nächte

Julia Lochte über Simon Stephens’ «Three Kingdoms»

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Die Polizei in Großbritannien arbeitet seit einigen Jahren im Bereich der Schwerkriminalität mit einer Datenbank mit Namen HOLMES. Offiziell das Kürzel für «Home Office Large Major Enquiry Systems», doch ebenso inoffiziell wie offensichtlich eine Hommage an den fiktionalen Meisterdetektiv Sherlock Holmes. «Ich liebe Krimis», sagt der englische Dramatiker Simon Stephens, «es ist ein Genre, das uns heute, während wir uns nervös einen Weg durch dieses Jahrhundert suchen, das vage, kollektive Gefühl spiegelt, dass etwas Schreckliches passiert oder noch passieren wird.

Und wir versuchen kollektiv zu verstehen, was genau passiert und wer eigentlich dafür verantwortlich ist. Ich wollte ein Stück schreiben, das davon ausgeht, dass der Teufel möglicherweise in uns allen steckt. Dass wir Jahre damit verbringen können, das Böse zu suchen, um dann festzustellen, dass wir es die ganze Zeit selber waren. Gut und Böse haben exakt das gleiche Gesicht. Das Hinterfragen und Untergraben moralischer Gewissheiten ist das Herz von ‹Three Kingdoms›.»

In Simon Stephens’ neuem Stück reist ein britischer Detective Sergeant mit seinem Kollegen auf den Spuren eines Verbrechens nach Deutschland und von dort aus ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 170
von Julia Lochte

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