Weiße Nächte
Die Polizei in Großbritannien arbeitet seit einigen Jahren im Bereich der Schwerkriminalität mit einer Datenbank mit Namen HOLMES. Offiziell das Kürzel für «Home Office Large Major Enquiry Systems», doch ebenso inoffiziell wie offensichtlich eine Hommage an den fiktionalen Meisterdetektiv Sherlock Holmes. «Ich liebe Krimis», sagt der englische Dramatiker Simon Stephens, «es ist ein Genre, das uns heute, während wir uns nervös einen Weg durch dieses Jahrhundert suchen, das vage, kollektive Gefühl spiegelt, dass etwas Schreckliches passiert oder noch passieren wird.
Und wir versuchen kollektiv zu verstehen, was genau passiert und wer eigentlich dafür verantwortlich ist. Ich wollte ein Stück schreiben, das davon ausgeht, dass der Teufel möglicherweise in uns allen steckt. Dass wir Jahre damit verbringen können, das Böse zu suchen, um dann festzustellen, dass wir es die ganze Zeit selber waren. Gut und Böse haben exakt das gleiche Gesicht. Das Hinterfragen und Untergraben moralischer Gewissheiten ist das Herz von ‹Three Kingdoms›.»
In Simon Stephens’ neuem Stück reist ein britischer Detective Sergeant mit seinem Kollegen auf den Spuren eines Verbrechens nach Deutschland und von dort aus ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 170
von Julia Lochte
Wenn Kritiker die mühsame Aufgabe präziser Schauspielerbeschreibung ein wenig abkürzen wollen, stellen sie gern in den hoffentlich irgendwie funktionierenden Echoraum des Textes neben das allgemein gehaltene charakterisierende Adjektiv («schüchtern, entschlossen, großkotzig») einfach das Naheliegendste: was der/die da vorne anhat. Das zeugt eigentlich von tiefem...
Gar nicht so einfach, in der Vielfalt der Stile und Inszenierungen einen Schauspieler
des Jahres zu küren!
Selten war das Spektrum der Kritiker-Voten so groß wie in diesem Jahr. Deshalb gratulieren wir auf den folgenden Seiten nicht nur Jens Harzer, dem Schauspieler des Jahres, sondern auch den 29 anderen, die mindestens einen Kritiker überwältigt haben. Klare...
Das Schauspiel Köln ist Meister in allen Klassen: Im Theater des Jahres spielt die Schauspielerin des Jahres, Lina Beckmann, und Intendantin Karin Beier hat die Inszenierung des Jahres, Elfriede Jelineks «Das Werk/Im Bus/Ein Sturz», eingerichtet. Zuverlässig im Hintergrund steht Chefdramaturgin Rita Thiele: ein Porträt!
