Epizentrum Macht

Im Zentrum aller Werte stehen Wertpapiere.

Theater heute - Logo

Abwrackprämie und Autoboom, Lehman-Desaster und Griechenland-Krise, Wikileaks-Original und Guttenberg-Plagiat, Revolution in Arabien und Wutbürger in Stuttgart, Super-GAU in Fuku­shima und in der FDP, verseuchte Lebensmittel und verklärte Grüne, amerikanischer Staatsbankrott und chinesisches Wirtschaftswunder ...

Seit geraumer Zeit fliegen uns die Großereignisse nur so um die Ohren. Wir brauchen uns dafür nicht mal mehr an die Decke zu strecken. Die Welt kommt uns auf halbem Weg entgegen, denn die Welt steht Kopf.

Ob es sich dabei tatsächlich um buchstäblich Weltbewegendes handelt oder darum, was Medienmärkte und Handelsparkette daraus machen, sei dahingestellt. Beide Szenarien, das historische Ausmaß wie die Maßlosigkeit der Hysterie, führen uns offenbar in die Lähmung. Wir werden auf die Rolle des Spielballs reduziert, den sich die Global Player hin und her schieben. Es geht nicht ums Ergebnis, nicht um Lösungen. Es geht darum, das Spiel der Mächte am Laufen zu halten, um den aussichtsreichen Zwischenstand, den Personal Score, den Kapitalertrag. Und morgen mehr.

Mehr Börse, mehr Beben, mehr Bio. Augenscheinlich, weil tagtäglich massenmedial suggeriert, ist alles in Bewegung. Jedes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Sebastian Hartmann, Seite 15
von Sebastian Hartmann

Weitere Beiträge
Was uns in die Scheiße geritten hat ...

Ich bin gebeten worden, über etwas zu schreiben, das mich wütend macht, und angesichts der Welt, wie sie ist, befinde ich mich ohnehin fast ständig in einem Zustand von anschwellender Wut. Es sollte also nicht schwierig sein. Aber seltsamerweise werde ich nicht über etwas schreiben, das mich ärgert, sondern über etwas, das mich verwirrt. Schon dieser Umstand macht...

«Oh yeah, baby, talk commie ...»

Amerikanische Familienstücke haben Konjunk­tur. Auch auf deutschen Bühnen. In Tracy Letts’ Generationenepos «August: Osage County» (2007) kämpften traumatisierte Schwestern mit ihren Ehepartnern und ihrer Übermutter. Und auch in Tony Kushners im Mai 2011 in New York urauf­geführtem Stück «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to...

Aufklärung und Rassismus

Ich komme gerade aus der 55. Vorstellung von «Verrücktes Blut» im Ballhaus Naunynstraße. Es ist der vorletzte Abend der Spielzeit und eine Premiere für vier Umbesetzungen. Rahel Jankowski, Erol Afsin, Emre Aksizoglu und Gregor Loebel sind in feste Ensembleverträge in Düsseldorf oder in Schauspielschulen nach Bern und Essen gegangen, Hasan Akkoush, Pinar Erincin,...