Epizentrum Macht
Abwrackprämie und Autoboom, Lehman-Desaster und Griechenland-Krise, Wikileaks-Original und Guttenberg-Plagiat, Revolution in Arabien und Wutbürger in Stuttgart, Super-GAU in Fukushima und in der FDP, verseuchte Lebensmittel und verklärte Grüne, amerikanischer Staatsbankrott und chinesisches Wirtschaftswunder ...
Seit geraumer Zeit fliegen uns die Großereignisse nur so um die Ohren. Wir brauchen uns dafür nicht mal mehr an die Decke zu strecken. Die Welt kommt uns auf halbem Weg entgegen, denn die Welt steht Kopf.
Ob es sich dabei tatsächlich um buchstäblich Weltbewegendes handelt oder darum, was Medienmärkte und Handelsparkette daraus machen, sei dahingestellt. Beide Szenarien, das historische Ausmaß wie die Maßlosigkeit der Hysterie, führen uns offenbar in die Lähmung. Wir werden auf die Rolle des Spielballs reduziert, den sich die Global Player hin und her schieben. Es geht nicht ums Ergebnis, nicht um Lösungen. Es geht darum, das Spiel der Mächte am Laufen zu halten, um den aussichtsreichen Zwischenstand, den Personal Score, den Kapitalertrag. Und morgen mehr.
Mehr Börse, mehr Beben, mehr Bio. Augenscheinlich, weil tagtäglich massenmedial suggeriert, ist alles in Bewegung. Jedes ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Sebastian Hartmann, Seite 15
von Sebastian Hartmann
Irene Bazinger, «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
Deutschsprachiges Stück: Ewald Palmetshofer «tier. man wird doch bitte unterschicht»
Ausländisches Stück: Lucy Prebble «Enron»
Inszenierung und Dramaturgie: Marius von Mayenburg, Mayenburg «Perplex», Schaubühne Berlin
Bühnenbild/ Kostüme: Bühne: Katja Haß, Herzberg «Über Leben», Deutsches Theater Berlin Kostüme: Bert...
Es ist merkwürdig: Eigentlich gilt Berlin als Zentrum der Unzufriedenen und Protestierenden und Stuttgart als Ort, wo Reichtum und Zufriedenheit herrschen. Und jetzt ist Stuttgart das revolutionäre Zentrum und Berlin die Insel der Spießigkeit. Berlin hat sich aufgelöst in viele Szenen, die immer auf der Jagd nach den eigenen Projekten sind. Das eigene Leben...
Wenn ich einen Wutanfall kriege, dann gibt es meistens diesen einen, ganz lichten Moment, in dem mir klar wird, dass doch irgendwie alles mit allem zusammenhängen muss. Das ist der Augenblick, in dem der Anfall in einen Rundumschlag umkippt und ich von der Euphorie, eventuell am Weltgeist geschnuppert zu haben, schier übermannt werde. Dieser überkomplexe...
