Epizentrum Macht
Abwrackprämie und Autoboom, Lehman-Desaster und Griechenland-Krise, Wikileaks-Original und Guttenberg-Plagiat, Revolution in Arabien und Wutbürger in Stuttgart, Super-GAU in Fukushima und in der FDP, verseuchte Lebensmittel und verklärte Grüne, amerikanischer Staatsbankrott und chinesisches Wirtschaftswunder ...
Seit geraumer Zeit fliegen uns die Großereignisse nur so um die Ohren. Wir brauchen uns dafür nicht mal mehr an die Decke zu strecken. Die Welt kommt uns auf halbem Weg entgegen, denn die Welt steht Kopf.
Ob es sich dabei tatsächlich um buchstäblich Weltbewegendes handelt oder darum, was Medienmärkte und Handelsparkette daraus machen, sei dahingestellt. Beide Szenarien, das historische Ausmaß wie die Maßlosigkeit der Hysterie, führen uns offenbar in die Lähmung. Wir werden auf die Rolle des Spielballs reduziert, den sich die Global Player hin und her schieben. Es geht nicht ums Ergebnis, nicht um Lösungen. Es geht darum, das Spiel der Mächte am Laufen zu halten, um den aussichtsreichen Zwischenstand, den Personal Score, den Kapitalertrag. Und morgen mehr.
Mehr Börse, mehr Beben, mehr Bio. Augenscheinlich, weil tagtäglich massenmedial suggeriert, ist alles in Bewegung. Jedes ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Sebastian Hartmann, Seite 15
von Sebastian Hartmann
Ich bin gebeten worden, über etwas zu schreiben, das mich wütend macht, und angesichts der Welt, wie sie ist, befinde ich mich ohnehin fast ständig in einem Zustand von anschwellender Wut. Es sollte also nicht schwierig sein. Aber seltsamerweise werde ich nicht über etwas schreiben, das mich ärgert, sondern über etwas, das mich verwirrt. Schon dieser Umstand macht...
Amerikanische Familienstücke haben Konjunktur. Auch auf deutschen Bühnen. In Tracy Letts’ Generationenepos «August: Osage County» (2007) kämpften traumatisierte Schwestern mit ihren Ehepartnern und ihrer Übermutter. Und auch in Tony Kushners im Mai 2011 in New York uraufgeführtem Stück «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to...
Ich komme gerade aus der 55. Vorstellung von «Verrücktes Blut» im Ballhaus Naunynstraße. Es ist der vorletzte Abend der Spielzeit und eine Premiere für vier Umbesetzungen. Rahel Jankowski, Erol Afsin, Emre Aksizoglu und Gregor Loebel sind in feste Ensembleverträge in Düsseldorf oder in Schauspielschulen nach Bern und Essen gegangen, Hasan Akkoush, Pinar Erincin,...
