Richtig doof ablachen
Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken. Offensichtlich steckt sowohl in dem Begriff «Ablachen» als auch in dem Adjektiv «doof» als Steigerung von «Ablachen» etwas Lustvolles, was man alleine mit sich selbst nicht zustande bringt.
Denken scheint das Gegenteil zu sein! Denken und die Wahrnehmung der Vielschichtigkeit von Dingen und Menschen wird als lustfeindlich erlebt. Offensichtlich geht es um Faulheit: Faulheit der Wahrnehmung, Faulheit des Denkens, Faulheit sich selbst gegenüber. Es manifestiert sich hier ein Wunsch nach einer vereinfachten Welt, im Wissen, dass es so nicht ist. Es ist ein tendenziell totalitärer Wunsch: Alle sollen über das Gleiche doof ablachen! Es soll keine Unterschiede zwischen Menschen geben!
Dabei gibt es kaum etwas, was den Menschen mehr positiv stimuliert, als die Unterschiede und damit auch die Ungerechtigkeit der Natur. Das finden wir bei ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Peter Carp, Seite 15
von Peter Carp
Irene Bazinger, «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
Deutschsprachiges Stück: Ewald Palmetshofer «tier. man wird doch bitte unterschicht»
Ausländisches Stück: Lucy Prebble «Enron»
Inszenierung und Dramaturgie: Marius von Mayenburg, Mayenburg «Perplex», Schaubühne Berlin
Bühnenbild/ Kostüme: Bühne: Katja Haß, Herzberg «Über Leben», Deutsches Theater Berlin Kostüme: Bert...
Jens Harzer
Allein wie Jens Harzer am Thalia Theater den zu Tode zitierten Posa-Satz sagt von der Gedankenfreiheit, ist den ganzen «Don Carlos» wert – leicht, spielerisch, verführerisch, mit einer lässigen Handbewegung und seinem schiefen Lächeln, als sei das kein großes Ding. Anke Dürr
Seinen Ruhm hat Jens Harzer sich erspielt als fantastischer Alien des deutschen...
Wenn Kritiker die mühsame Aufgabe präziser Schauspielerbeschreibung ein wenig abkürzen wollen, stellen sie gern in den hoffentlich irgendwie funktionierenden Echoraum des Textes neben das allgemein gehaltene charakterisierende Adjektiv («schüchtern, entschlossen, großkotzig») einfach das Naheliegendste: was der/die da vorne anhat. Das zeugt eigentlich von tiefem...
