Der konstitutive Konflikt
Jeder kennt sein Spezial-Ärgernis, aber gibt es auch einen Konflikt, der uns alle etwas angeht? Und wenn ja, wie viel? Und was bedeutet das fürs Theater?
Ein Blick auf die Konfliktlagen der letzten Saison und in die «Süddeutsche Zeitung» vom 28. März. Über die Münze der Größe, die Meister der Partikularisierung, politische Konfliktvermeidung, Freunde suchen, große Störer, Hegels Lücke und einen müden Helden.
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: 2, Seite 52
von
Ich würde erstmal kühn behaupten, dass es mich als Wutbürger gar nicht gibt. Außer natürlich bei himmelschreienden Ungerechtigkeiten und Urbösem (Bankenskandale, Korruption, Atomproblematik, Dritte Welt und ein paar weiteren, insgesamt mindestens sieben Todsünden). Eine dieser sieben Todsünden sind die seit längerem grassierenden Zerr- und Zerfallsformen von...
I.
Dem Wunsch der Redaktion nach einem Wutanfall und ungezügelter Wut muss ich wie folgt begegnen: Selbst mir, dem durch sich abwechselnde und ergänzende Ungeduld und Verschlafenheit viel entgeht, konnte unmöglich entgehen, dass ich mich durch eigenes Zutun offensichtlich zum Wutlieferanten qualifiziert habe.
Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass es mir...
Ein Schauspieler ist er nicht, er will kein Schauspieler sein. Seine Kollegen mögen Schauspieler sein, was für ihn heißt: Mensch-Maschinen. Er will sich nicht verbiegen. Sich Figuren zu widmen, hat er nicht nötig. Ihm reicht es, er selbst zu sein, und er ist sich sicher, dass er mit der Zur-Schau-Stellung seiner Tagesform dem Publikum das größte nur denkbare...
