Ein weißes Mittelklassekind
Luton ist eine mittelgroße Stadt in Mittelengland. Die letzte Industrieproduktion schloss 2002 ihre Werkstore, allein der Flughafen mit den Starts der Billigflieger wächst. Luton wurde im II. Weltkrieg großflächig von deutschen Bomben zerstört.
Ein Sommernachmittag in Luton, eine Schülerin wird von ihrem Freund von der Orchesterprobe abgeholt. Der Freund ist ein Schwarzer, Katie ist weiß, und sie ist unsicher, ob und wann sie das erwähnen soll, denn Katie selbst erzählt uns die Geschichte dieses Nachmittags.
Ihr Freund Abe hat auf sie gewartet, sie schlendern los, er kauft ein Eis, sie plappert vor sich hin. Ein Radfahrer überholt sie und streift ihren Freund am Arm, das Eis fällt zu Boden. Abe ist wütend, tritt dem Fahrrad in die Speichen, der Junge stürzt. Es entsteht ein Kampf, dem Katie zuschaut. Ihr Freund verliert das kurze Ringen. Der fremde Junge fährt keuchend davon. Abe rappelt sich langsam hoch. Zwei seiner Freunde, Asif, ein Pakistani, und Jake, ein Weißer, kommen vorbeigefahren. Sie haben alles gesehen und beschließen, den Radfahrer zu verfolgen. Als sie ihn finden, kann er Katie überrumpeln und entkommen. Der Anführer der kleinen Gang, Asif, schickt die beiden anderen ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 173
von Bernd Stegemann
Jeder kennt sein Spezial-Ärgernis, aber gibt es auch einen Konflikt, der uns alle etwas angeht? Und wenn ja, wie viel? Und was bedeutet das fürs Theater?
Ein Blick auf die Konfliktlagen der letzten Saison und in die «Süddeutsche Zeitung» vom 28. März. Über die Münze der Größe, die Meister der Partikularisierung, politische Konfliktvermeidung, Freunde suchen, große...
I.
Dem Wunsch der Redaktion nach einem Wutanfall und ungezügelter Wut muss ich wie folgt begegnen: Selbst mir, dem durch sich abwechselnde und ergänzende Ungeduld und Verschlafenheit viel entgeht, konnte unmöglich entgehen, dass ich mich durch eigenes Zutun offensichtlich zum Wutlieferanten qualifiziert habe.
Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass es mir...
An manchen Tagen genügt eine Zeitung, um die Zeit zu versammeln. Der 28. März 2011 war so ein Tag, und die Zeitung eine «Süddeutsche». Auf der ersten Seite unten müssen gerade wieder einmal die Arbeiter aus den Trümmern des Atomkraftwerks Fukushima abrücken, weil ihnen das hochradioaktive Wasser sonst die Füße verbrennt. Oben steht der baden-württembergische...
