Ein weißes Mittelklassekind
Luton ist eine mittelgroße Stadt in Mittelengland. Die letzte Industrieproduktion schloss 2002 ihre Werkstore, allein der Flughafen mit den Starts der Billigflieger wächst. Luton wurde im II. Weltkrieg großflächig von deutschen Bomben zerstört.
Ein Sommernachmittag in Luton, eine Schülerin wird von ihrem Freund von der Orchesterprobe abgeholt. Der Freund ist ein Schwarzer, Katie ist weiß, und sie ist unsicher, ob und wann sie das erwähnen soll, denn Katie selbst erzählt uns die Geschichte dieses Nachmittags.
Ihr Freund Abe hat auf sie gewartet, sie schlendern los, er kauft ein Eis, sie plappert vor sich hin. Ein Radfahrer überholt sie und streift ihren Freund am Arm, das Eis fällt zu Boden. Abe ist wütend, tritt dem Fahrrad in die Speichen, der Junge stürzt. Es entsteht ein Kampf, dem Katie zuschaut. Ihr Freund verliert das kurze Ringen. Der fremde Junge fährt keuchend davon. Abe rappelt sich langsam hoch. Zwei seiner Freunde, Asif, ein Pakistani, und Jake, ein Weißer, kommen vorbeigefahren. Sie haben alles gesehen und beschließen, den Radfahrer zu verfolgen. Als sie ihn finden, kann er Katie überrumpeln und entkommen. Der Anführer der kleinen Gang, Asif, schickt die beiden anderen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 173
von Bernd Stegemann
Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken....
Es ist merkwürdig: Eigentlich gilt Berlin als Zentrum der Unzufriedenen und Protestierenden und Stuttgart als Ort, wo Reichtum und Zufriedenheit herrschen. Und jetzt ist Stuttgart das revolutionäre Zentrum und Berlin die Insel der Spießigkeit. Berlin hat sich aufgelöst in viele Szenen, die immer auf der Jagd nach den eigenen Projekten sind. Das eigene Leben...
Keine große Überraschung: Elfriede Jelineks «Winterreise» ist das Stück des Jahres! Eine Text-Reise, frei nach Schuberts Liederzyklus, von gegenwärtigen Ereignissen zu sehr persönlichen Stationen ihrer Biografie. In «Ein Parasitärdrama» erläutert Elfriede Jelinek ihr Angestellten-Verhältnis zur Wirklichkeit.
Eine große Überraschung: Nurkan Erpulats und Jens Hilljes...
