Horrorladen Mehrheitsgesellschaft

Die verlogene deutsche Roma-Politik und die Krise der Repräsentation. Von Björn Bicker.

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Wenn ich einen Wutanfall kriege, dann gibt es meistens diesen einen, ganz lichten Moment, in dem mir klar wird, dass doch irgendwie alles mit allem zusammenhängen muss. Das ist der Augenblick, in dem der Anfall in einen Rundumschlag umkippt und ich von der Euphorie, eventuell am Weltgeist geschnuppert zu haben, schier übermannt werde.

Dieser überkomplexe Erkenntnisblitz hält sich nur für den Bruchteil einer Sekunde, und dann schwappt die eine, konkrete Aggression auf alles über, was mich nervt und schon lange mal gesagt werden musste und wird (naturgemäß) ungenau, gemein, selbstgerecht, unterkomplex, und ich mache mich (wahnsinnig) angreifbar. Aber das ist dann auch schon egal.

Also neulich zum Beispiel, da hatte ich die Eingebung, dass das ganze Theater, so wie es sich gerade darstellt, einfach nur eine überkommene und furchtbar ausschließende Maschinerie ist, die dazu dient, irgendwelche blöden Privilegien bürgerlicher Deppen (da gehöre ich leider auch dazu), die nicht begreifen, dass die Zeit gerade über sie hinweg geht, zu verteidigen. Und damit funktioniert es unfreiwillig als Spielgelbild unseres politischen Systems. Jawohl.

Aber erst mal Luft holen und von vorne. Der ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Björn Bicker, Seite 8
von Björn Bicker

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