Totenbeschwörung auf der Insel
Das ist der Tod, der vor mir steht – lacht!» Mit diesem Motto beginnt Emine Sevgi Özdamars Umwidmung eines barocken Totentanzes zu einem Memento mori in sieben Szenen, zu einem grausigen und komischen Spiel über Krankheit, Verlassenwerden, Sterben im Exil und die Kraft, die der Mensch dagegen mobilisieren kann. Sie feiert keinen Kult der Vergänglichkeit, in dem der Tod triumphiert, sondern sie will das Leben befreien durch Bewusstmachen, Verarbeiten und Integrieren des Todes ins Leben.
Sieben Szenen, das sind sieben «Erzählungen», in denen über zwanzig verschiedene Figuren vorkommen; sie reichen vom alten türkischen Elternpaar über drei im Exil gestorbene Türken, die als Tote auftreten, die Autorin selbst und ihren Lebensgefährten, dessen Bruder und Frau, einer Gruppe japanischer Schulmädchen bis zu den realen historischen Figuren Walter Benjamin und Peter Zadek. Das hört sich erst einmal nach einer Überforderung des Theaters an, aber die Verbindungen der Orte, Zeiten, Kulturen und das Pendeln zwischen verschiedenen Erzählweisen geschehen bei ihr ganz einfach und logisch. Und eine der Aufgaben von Literatur ist es, dem Theater erst einmal Widerstand entgegenzusetzen.
Anfang und ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 168
von Bettina Schültke
Jens Harzer
Allein wie Jens Harzer am Thalia Theater den zu Tode zitierten Posa-Satz sagt von der Gedankenfreiheit, ist den ganzen «Don Carlos» wert – leicht, spielerisch, verführerisch, mit einer lässigen Handbewegung und seinem schiefen Lächeln, als sei das kein großes Ding. Anke Dürr
Seinen Ruhm hat Jens Harzer sich erspielt als fantastischer Alien des deutschen...
Heute, gestern oder in naher Zukunft. «In der ausgeräumten Chefetage eines längst aufgegebenen Hochhauses», wie der Autor den Spielort der ersten Szene mit dem Titel «Ich bin da» beschreibt, treffen sich nach langer Zeit zwei alte Freunde aus Studententagen: ICH und ER, beide mittlerweile Anfang fünfzig. Einst wollten sie die Sterne vom Himmel holen, so viel Liebe...
Nach der Erzählung eines Bekannten … (der einen Antrag stellte zur finanziellen Förderung eines Theaterprojekts. Und weshalb gesprochen werden konnte, und deshalb umgehend die Gelder geflossen sind.)
Ich würde gerne einen Antrag auf Gelder schreiben und stellen, und darin mit meiner erworbenen Kompetenz glänzen und wissen, dass die am anderen Ende verstanden wird...
