Lebendig begraben
Was, euch gibt’s noch? Ich dachte, die haben den Laden schon längst dichtgemacht ...!» Mit dem Gestus des allergrößten Erstaunens bekommen diesen Satz seit mehr als einem Jahr die Beschäftigten der Wuppertaler Bühnen beinahe täglich zu hören. Nicht nur landauf, landab in Kneipen und Theaterkantinen oder in Telefongesprächen, sogar in der eigenen Stadt wird man beständig mit dieser Frage konfrontiert.
Fakt ist, dass uns der Laden keinesfalls dichtgemacht wurde. Im Gegenteil, die Schauspielsparte spielt, und die Opernsparte singt.
Beide haben für die nächste Spielzeit ihre Spielpläne präsentiert, die mit unvermindertem Zuschuss geplant werden konnten. Seit einem Jahr läuft eine PR-Kampagne mit dem Motto WUPPERTAL SPIELT – anscheinend vergebens.
Als die Politik im Herbst 2009 die Kürzung des Betriebskostenzuschusses um 2 Millionen Euro öffentlich angekündigt hat, ist das Wuppertaler Theater für kurze Zeit als Symbol für den finanziellen Niedergang der westdeutschen Kommunen intensiv in die Schlagzeilen geraten. Nie wurde über dieses Haus so viel und so ausführlich berichtet. Meistens allerdings mit mangelhafter Kenntnis der Situation vor Ort. Über die Empörung über die endgültige ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Christian von Treskow, Seite 32
von Christian von Treskow
Amerikanische Familienstücke haben Konjunktur. Auch auf deutschen Bühnen. In Tracy Letts’ Generationenepos «August: Osage County» (2007) kämpften traumatisierte Schwestern mit ihren Ehepartnern und ihrer Übermutter. Und auch in Tony Kushners im Mai 2011 in New York uraufgeführtem Stück «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to...
Theater heute Drei Regisseure, die sich entschlossen haben, Verantwortung für ein Theater zu übernehmen, sitzen hier am Tisch: Johan Simons ist bereits seit einem Jahr Intendant der Münchner Kammerspiele, Martin Kusej übernimmt zur nächsten Spielzeit das Bayerische Staatsschauspiel in München, Staffan Valdemar Holm das Schauspielhaus in Düsseldorf. Eine Runde von...
Es ist merkwürdig: Eigentlich gilt Berlin als Zentrum der Unzufriedenen und Protestierenden und Stuttgart als Ort, wo Reichtum und Zufriedenheit herrschen. Und jetzt ist Stuttgart das revolutionäre Zentrum und Berlin die Insel der Spießigkeit. Berlin hat sich aufgelöst in viele Szenen, die immer auf der Jagd nach den eigenen Projekten sind. Das eigene Leben...
