«Oh yeah, baby, talk commie ...»

Ingoh Brux über Tony Kushners «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to the Scriptures»

Theater heute - Logo

Amerikanische Familienstücke haben Konjunk­tur. Auch auf deutschen Bühnen. In Tracy Letts’ Generationenepos «August: Osage County» (2007) kämpften traumatisierte Schwestern mit ihren Ehepartnern und ihrer Übermutter. Und auch in Tony Kushners im Mai 2011 in New York urauf­geführtem Stück «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to the Scriptures», abgekürzt «iHo», geht es um Leben und Tod bei einem Familientreffen. Familie als Kriegsschauplatz funktioniert noch immer. Oder doch nicht? In «iHo» werden noch ganz andere Schlachten geschlagen.

Hier geht es um die Arbei­terklasse und den Kommunismus, um Religion ohne Gott, um Liebe und käuflichen Sex, um künstliche Befruch­tung und Samenspender.

Der Witwer Gus Marcantonio, ein pensionierter Hafenarbeiter, offenbart seinen drei erwachsenen Kindern, dass er das Haus der Familie in Brooklyn verkaufen und Selbstmord begehen will. Während die Kinder noch über die Gründe und den Gemüts­zustand ihres Vaters rätseln – hat er Depressionen oder schlicht Alzheimer? Gehört er nicht besser in eine Klinik gesperrt? –, versuchen sie ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Da ist Pill, der Älteste, ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 164
von Ingoh Brux

Weitere Beiträge
So wie jetzt und mehr?

An manchen Tagen genügt eine Zeitung, um die Zeit zu versammeln. Der 28. März 2011 war so ein Tag, und die Zeitung eine «Süddeutsche». Auf der ersten Seite unten müssen gerade wieder einmal die Arbeiter aus den Trümmern des Atom­kraftwerks Fukushima abrücken, weil ihnen das hochradioaktive Wasser sonst die Füße verbrennt. Oben steht der baden-württembergische...

Die Geschichte sind wir

Ein deutscher Reisebus auf dem Weg nach Schlesien. Amüsiert nehmen wir Teil an Dirk Lauckes Kaffeefahrt «heim ins reich zu den stätten unserer scheißarischen ahnen». In seinem neuestem Stück «Alles Opfer! oder Grenzenlose Heiterkeit», verfasst für die Ruhrfestspiele Reck­linghausen und das Staatsschauspiel Dresden, erfreuen wir uns an fröhlichen Rentnern und...

Lieber konkret

Mit Chören kennt Rita Thiele sich aus, seit sie mit Einar Schleef gearbeitet hat. Und war die Mobilisierung der Kölner Öffent­lichkeit nicht auch eine, wenngleich ungeordnete, Massen-Choreografie? Das Bürgerbegehren, an dessen Spitze sich das Schauspielhaus unter der Intendantin Karin Beier stellte, um den Abriss des Rip­hahn-Gebäudes am Offenbachplatz – trotz...