Freiheit!
Die große Wut hatte ich vor etwa 20 Jahren. Das Theater war leidenschaftslos, verbeamtet, routiniert, beschäftigte sich vor allem mit sich selbst. Ich hatte die Nase voll, schmiss alles hin, flüchtete nach Paris, ließ alles liegen.
Wut macht rücksichtslos, aber Wut gehört zur Freiheit. Menschen, die Wut nicht kennen oder Wut nicht wagen oder sie fürchten, langweilen mich (zum Glück kam Baumbauer in die Schweiz und holte mich nach zwei Jahren ans Theater zurück).
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Werner Düggelin, Seite 22
von Werner Düggelin
Ein Schauspieler ist er nicht, er will kein Schauspieler sein. Seine Kollegen mögen Schauspieler sein, was für ihn heißt: Mensch-Maschinen. Er will sich nicht verbiegen. Sich Figuren zu widmen, hat er nicht nötig. Ihm reicht es, er selbst zu sein, und er ist sich sicher, dass er mit der Zur-Schau-Stellung seiner Tagesform dem Publikum das größte nur denkbare...
Drei Flugbegleiterinnen, namenlos, gefangen im interkontinentalen Streckennetz. Ihre Rolle zwingt sie, sich inmitten des sie umgebenden unaufhörlichen Treibens dem Korsett genau choreographierter Bewegungsabläufe anzupassen. Ihr Sprechen ist lehrgangsgeschult. Ihr Umgang mit problematischen Fluggästen entnehmen sie dem Handbuch zur Psychologie von Angstpatienten....
Das Schauspiel Köln ist Meister in allen Klassen: Im Theater des Jahres spielt die Schauspielerin des Jahres, Lina Beckmann, und Intendantin Karin Beier hat die Inszenierung des Jahres, Elfriede Jelineks «Das Werk/Im Bus/Ein Sturz», eingerichtet. Zuverlässig im Hintergrund steht Chefdramaturgin Rita Thiele: ein Porträt!
