Die Wiederkehr des Reifrocks
Wenn Kritiker die mühsame Aufgabe präziser Schauspielerbeschreibung ein wenig abkürzen wollen, stellen sie gern in den hoffentlich irgendwie funktionierenden Echoraum des Textes neben das allgemein gehaltene charakterisierende Adjektiv («schüchtern, entschlossen, großkotzig») einfach das Naheliegendste: was der/die da vorne anhat.
Das zeugt eigentlich von tiefem Vertrauen in die Aussagekraft von Kleidungsstücken: Wenn Hedda ein blaues Kleid anhat und Platonov eine grüne Hose, wird das schon etwas zu bedeuten haben! Die Namen der Erfinder vom Blau-, Grün- oder Rot-Signifikanten sucht man allerdings meistens vergeblich in Texten, die nie den Bühnenbildner und schon gar nicht den Regisseur weglassen würden.
Sie sind eine vernachlässigte Gattung auf dem Theater, die Kostümbildner. In den letzten zehn Jahren gab es nur fünf Mal überhaupt eine(n) Kostümbildner(in) des Jahres in dieser Zeitschrift; man schreibt auch gerne «keines» in den zweiten Teil der Rubrik «Bühnen- und Kostümbild», die doch längst nicht mehr quasi naturgemäß in einer Hand liegen. Durchaus nicht ohne Grund: Allzu oft sind Kostüme ja auch wie unsichtbar, die Röcke aus dem Fundus, die Hemden von P&C, die Mäntel aus ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Kleider des Jahres, Seite 116
von Barbara Burckhardt
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Ein Blick auf die Konfliktlagen der letzten Saison und in die «Süddeutsche Zeitung» vom 28. März. Über die Münze der Größe, die Meister der Partikularisierung, politische Konfliktvermeidung, Freunde suchen, große...
Luton ist eine mittelgroße Stadt in Mittelengland. Die letzte Industrieproduktion schloss 2002 ihre Werkstore, allein der Flughafen mit den Starts der Billigflieger wächst. Luton wurde im II. Weltkrieg großflächig von deutschen Bomben zerstört.
Ein Sommernachmittag in Luton, eine Schülerin wird von ihrem Freund von der Orchesterprobe abgeholt. Der Freund ist ein...
Videobilder in nebligen Grautönen, unscharf und verschwommen – beleuchtet von kaltem Neonlicht, aufgezeichnet von Überwachungskameras in Berliner U-Bahnhöfen. Es sind verstörende Bilder, die in den letzten Wochen wieder und wieder zu sehen waren. Bilder von Schlägen und Tritten gegen Kopf und Körper, von brutalen Übergriffen Jugendlicher auf harmlose Passanten....
