Die Wiederkehr des Reifrocks

Victoria Behrs Kostüme, zum Beispiel Noras 50-Meter-Tüllrock, sind schwer zu übersehen. Dafür schätzt sie nicht nur Herbert Fritsch. Ein Porträt

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Wenn Kritiker die mühsame Aufgabe präziser Schauspielerbeschreibung ein wenig abkürzen wollen, stellen sie gern in den hoffentlich irgendwie funktionierenden Echoraum des Textes neben das allgemein gehaltene charakterisierende Adjektiv («schüchtern, entschlossen, großkotzig») einfach das Naheliegendste: was der/die da vorne anhat.

Das zeugt eigentlich von tiefem Vertrauen in die Aussagekraft von Kleidungsstücken: Wenn Hedda ein blaues Kleid anhat und Platonov eine grüne Hose, wird das schon etwas zu bedeuten haben! Die Namen der Erfinder vom Blau-, Grün- oder Rot-Signifikanten sucht man allerdings meistens vergeblich in Texten, die nie den Bühnenbildner und schon gar nicht den Regisseur weglassen würden.

Sie sind eine vernachlässigte Gattung auf dem Theater, die Kostümbildner. In den letzten zehn Jahren gab es nur fünf Mal überhaupt eine(n) Kostümbildner(in) des Jahres in dieser Zeitschrift; man schreibt auch gerne «keines» in den zweiten Teil der Rubrik «Bühnen- und Kostümbild», die doch längst nicht mehr quasi naturgemäß in einer Hand liegen. Durchaus nicht ohne Grund: Allzu oft sind Kostüme ja auch wie unsichtbar, die Röcke aus dem Fundus, die Hemden von P&C, die Mäntel aus ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Kleider des Jahres, Seite 116
von Barbara Burckhardt

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