Der gelbe Fleck

Andreas Beck über Paulus Hochgatterers «Makulatur»

Theater heute - Logo

Paulus Hochgatterer, 1961 in Amstetten geboren, ist ein bekannter Facharzt und einer der besten Prosaautoren Österreichs. Er ist Arzt für Psychiatrie und Neurologie des Kindes- und Jugendalters und seit einigen Jahren Primar an der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tulln/Niederösterreich. Als Facharzt ist er ein sehr gefragter Spezialist und das nicht nur in spektakulären, über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordenen Extremfällen.

Hochgatterer leitete daneben eines der Wiener Institute für Erziehungshilfe, und insofern kann man, denke ich, mit Fug und Recht behaupten: Es ist ihm nichts Menschliches fremd.

Auch als Prosaautor hat Hochgatterer ein beachtliches Werk vorgelegt, das – wie man erstaunt feststellen muss – im bundesdeutschen Raum viel zu wenig bekannt ist. Viele seiner Erzählungen und Romane beruhen auf den beruf­lichen Erfahrungen als Psychiater, allerdings wäre es nicht nur ungerecht, sondern wirklich unangemessen, sein Werk lediglich an seinem Brotberuf zu messen.

Paulus Hochgatterer schreibt nun an seinem dritten Stück. Der Arbeitstitel lautet «Makulatur». Das, was unter der Tapete verborgen ist, ist Makulatur. Ausrangierte alte Akten, Zeitungen oder Bücher, deren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 153
von Andreas Beck

Weitere Beiträge
So wie jetzt und mehr?

An manchen Tagen genügt eine Zeitung, um die Zeit zu versammeln. Der 28. März 2011 war so ein Tag, und die Zeitung eine «Süddeutsche». Auf der ersten Seite unten müssen gerade wieder einmal die Arbeiter aus den Trümmern des Atom­kraftwerks Fukushima abrücken, weil ihnen das hochradioaktive Wasser sonst die Füße verbrennt. Oben steht der baden-württembergische...

Das Parasitärdrama...

Ich habe schon das Sekundärdrama erfunden, und jetzt erfinde ich meinetwegen auch noch das Parasitärdrama (man kann es auch Schmarotzerdrama nennen), nein, leider habe nicht ich es erfunden. Ich habe es nicht einmal bewußt gefunden. Ich bin auch schon einmal ein bißchen Abfall für alle gewesen, was absolut gestimmt hat, es war mir nur nicht eingefallen, auch nicht...

Die Wiederkehr des Reifrocks

Wenn Kritiker die mühsame Aufgabe präziser Schauspielerbeschreibung ein wenig abkürzen wollen, stellen sie gern in den hoffentlich irgendwie funktionierenden Echoraum des Textes neben das allgemein gehaltene charakterisierende Adjektiv («schüchtern, entschlossen, großkotzig») einfach das Naheliegendste: was der/die da vorne anhat. Das zeugt eigentlich von tiefem...