Strategie Schrotflinte
Theater heute Drei Regisseure, die sich entschlossen haben, Verantwortung für ein Theater zu übernehmen, sitzen hier am Tisch: Johan Simons ist bereits seit einem Jahr Intendant der Münchner Kammerspiele, Martin Kusej übernimmt zur nächsten Spielzeit das Bayerische Staatsschauspiel in München, Staffan Valdemar Holm das Schauspielhaus in Düsseldorf. Eine Runde von drei Ausländern außerdem, ein Holländer, ein Schwede, und passtechnisch ist ja sogar Martin Kusej als Österreicher ein Ausländer. Uns interessiert, wie Sie auf das deutsche Stadttheatersystem blicken.
Was macht das deutsche Theater für Sie so attraktiv, dass Sie hier arbeiten und ein Haus übernehmen wollen. Ist es das Geld?
Johan Simons Das Geld sowieso. Aber was ich besonders reizvoll finde in Deutschland, ist die enge Verbindung mit der Stadt. In Holland und Belgien ist man immer auf Tour, und man bekommt ein Publikum nur für Inszenierungen, die in den Zeitungen ein Erfolg waren. Außerdem hat mich die polemische Kultur gereizt. Wir haben in Holland eine Konsenskultur, man versucht, miteinander einverstanden zu sein. Hier ist das anders, die Deutschen streiten gern, ich finde das fantastisch und bin auch sehr streitbar ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Renaissance der Regie-Intendanz, Seite 66
von
Peter Handkes «Immer noch Sturm» ist kein Stück, kein Drama, kein Lesedrama, keine Prosa, sondern eine für das Theater gedachte szenische Erzählung. Der Sprache nachhören und sie dennoch szenisch zu vergegenwärtigen, sie ins Figurenspiel zu holen, ohne sie zu verkleinern, dem Theater zu seinem Recht zu verhelfen, ohne die Literatur zu zerstören, ein...
Ich würde erstmal kühn behaupten, dass es mich als Wutbürger gar nicht gibt. Außer natürlich bei himmelschreienden Ungerechtigkeiten und Urbösem (Bankenskandale, Korruption, Atomproblematik, Dritte Welt und ein paar weiteren, insgesamt mindestens sieben Todsünden). Eine dieser sieben Todsünden sind die seit längerem grassierenden Zerr- und Zerfallsformen von...
Was ist das für eine Justiz?», könnte man fragen, die eigentlich überzeugt ist von der Schuld einer Gruppe von Angeklagten, denen die vielfache Vergewaltigung und anschließende Ermordung eines fünfjährigen Jungen zur Last gelegt wird, und die doch die Waffen streckt und alle Beschuldigten freispricht, gegen ihre in der Urteilsbegründung geäußerte Überzeugung? «Was...
