Strategie Schrotflinte

Ein Gespräch mit den Intendanten Johan Simons, Martin Kusej und Staffan Valdemar Holm über den fremden Blick, die Panik des Anfangs und ihr Selbstverständnis als internationale Theatermacher

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Theater heute Drei Regisseure, die sich entschlossen haben, Verantwortung für ein Theater zu übernehmen, sitzen hier am Tisch: Johan Simons ist bereits seit einem Jahr Intendant der Münchner Kammerspiele, Martin Kusej übernimmt zur nächsten Spielzeit das Bayerische Staatsschauspiel in München, Staffan Valdemar Holm das Schauspielhaus in Düsseldorf. Eine Runde von drei Ausländern außerdem, ein Holländer, ein Schwede, und passtechnisch ist ja sogar Martin Kusej als Österreicher ein Ausländer. Uns interessiert, wie Sie auf das deutsche Stadttheatersystem blicken.

Was macht das deutsche Theater für Sie so attraktiv, dass Sie hier arbeiten und ein Haus übernehmen wollen. Ist es das Geld?

Johan Simons
Das Geld sowieso. Aber was ich besonders reizvoll finde in Deutschland, ist die enge Verbindung mit der Stadt. In Holland und Belgien ist man immer auf Tour, und man bekommt ein Publikum nur für Inszenierungen, die in den Zeitungen ein Erfolg waren. Außerdem hat mich die polemische Kultur gereizt. Wir haben in Holland eine Konsenskultur, man versucht, miteinander einverstanden zu sein. Hier ist das anders, die Deutschen streiten gern, ich finde das fantastisch und bin auch sehr streitbar ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Renaissance der Regie-Intendanz, Seite 66
von

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