Aufklärung und Rassismus

... oder die komplizierte Sache mit dem «Verrückten Blut» – eine verkürzte Darstellung. Von Shermin Langhoff.

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Ich komme gerade aus der 55. Vorstellung von «Verrücktes Blut» im Ballhaus Naunynstraße. Es ist der vorletzte Abend der Spielzeit und eine Premiere für vier Umbesetzungen. Rahel Jankowski, Erol Afsin, Emre Aksizoglu und Gregor Loebel sind in feste Ensembleverträge in Düsseldorf oder in Schauspielschulen nach Bern und Essen gegangen, Hasan Akkoush, Pinar Erincin, Murat Dikenci und Paul Wollin haben übernommen, es ist wahnsinnig gut gelaufen, die ganze Anspannung ist in die Sache geflossen.

Die ZuschauerInnen waren ebenso hoch konzentriert wie die SpielerInnen, tosender Applaus, kathar­tisch mit Zustimmung zulächelnde Gesichter am Ausgang. Überwiegend bürgerliches Berliner Publikum.

Was ist eigentlich der Grund der Zustimmung? Immer wieder forderten sogenannte erwachsene Zuschauer und auch manche KollegInnen energisch, dass sich das doch eigentlich «diese Jugendlichen» anschauen müssten. Dass in dieser Konstellation die Erwachsenen «deutsch» und die Jugendlichen «migrantisch» sind, kann man sich schon fast denken. Nicht alle ZuschauerInnen scheinen zu bemerken, dass sich «Verrücktes Blut» genau an die Menschen richtet, die es anschauen, und eben deren Blick auf «diese» Jugendlichen ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Shermin Langhoff, Seite 26
von Shermin Langhoff

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