Opernwelt Juli 2026
Editorial
Im Focus
Die Welt, wie sie ist ...
... und wie sie in gleich sechs Uraufführungen klingt: München zeigt Brett Deans «Of One Blood», Bern Salvatore Sciarrinos «L’Agamennone» und Stuttgart «Station Paradiso» von Sara Glojnarić. In Dortmund kommt «WE (WIR)» von Sarah Nemtsov heraus, in Brüssel Iain Bells «Medusa», in Liège Benoït Merniers «Bartleby»
Giga-Gaga free
Barrie Koskys rasend-rasante Inszenierung von Rossinis «Il viaggio a Reims» macht die Salzburger Intendanten-Misere kurzzeitig vergessen. Cecilia Bartoli glänzt – und feiert Geburtstag
Ihr Sehnen, sein Wähnen
Ilaria Lanzino taucht bei Korngolds «Toter Stadt» an der Staatsoper Hannover tief in die Seelen der Figuren ein, Mario Hartmuth beweist ein feines Gespür für die leise Vielfarbigkeit der Partitur
Ein bisschen Frieden
Und zu viel Krieg in Verdis Nachtstücken: ein szenisch wie musikalisch grandioser «Simon Boccanegra» in Amsterdam, eine düster-dämonische «La forza del destino» am Theater Kiel
Ungeahnt leicht und pointiert free
Jens-Daniel Herzog befreit Bergs «Lulu» am Staatstheater Nürnberg von gängigen Klischees, Roland Kluttig disponiert die Partitur souverän
Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein
Der Grazer «Rosenkavalier» gerät in der Regie von Philipp M. Krenn und unter der musikalischen Leitung von Vassilis Christopoulos zu einer Studie über Vergänglichkeit
Liebesverbote
Vasily Barkhatov erzählt am MusikTheater an der Wien seine persönliche Geschichte von Verdis «Stiffelio», Ersan Mondtag verhebt sich an der Staatsoper gewaltig an Bizets Musikdrama «Les Pêcheurs de perles»
Was für ein Würstchen!
Carmen als hohe Frau, Don José als gekränkter Mann: Nadja Loschky zieht in Dresden klare Linien – klug, aktuell, aber nicht immer gerecht
Gott, wo bist du?
Barbora Horáková findet für Poulencs «Dialogues des Carmélites» in Prag stimmige Metaphern, Hermann Bäumer die dazu passenden zauberischen Klangbilder
Das Wesen des Glücks
Markus Bothe und Jörg Halubek zeigen bei den Festspielen in Schwetzingen einen präzisen wie poetischen «Orfeo» von Monteverdi
Manche mögen’s kalt
Paweł Szkotak schickt das Personal von Mozarts «Così fan tutte» in Warschau auf die Liebesschulbank, Adam Banaszak gibt im Graben den entfesselten Prometheus
Identitäten, Intensitäten
Zeitgenössisches Musiktheater: Olga Neuwirths «Orlando» an der Komischen Oper Berlin, Johannes Maria Stauds «missing in cantu (eure paläste sind leer)» in Innsbruck und Paul Moravecs « The Shining» am Staatstheater Regensburg
Medien
Durch die Pforten des Schmerzes
Eine Bereicherung: Händels «Sosarme» in einer Aufnahme aus Versailles
Blühendes Sizilien
Transparent und trennscharf: Lullys «Proserpine» mit Christophe Rousset
Drinnen ist Himmel, draußen ist Lust free
CD des Monats: Samuel Hasselhorn und Ammiel Bushakevitz tauchen auf ihrem Album «Hoffnung» tief in Schuberts Diskurs über die elementaren Fragen des Lebens ein
Sonne über dem Nil
Der Tenor Cyrille Dubois öffnet ein Füllhorn französischer Orchesterlieder der Romantik und Spätromantik
Aus Dantes Hölle
Der Abschluss der Gesamtaufnahme von Donizettis Liedern hält noch einmal Überraschungen bereit
Für Gott
An der französischsprachigen Ersteinspielung von Haydns «Schöpfung» irritiert nur das Idiom
Königliche Seelen
Véronique Gens porträtiert Herrscherinnen aus der französischen Barock-Oper
Enttäuschend
Nadia Boulangers und Raoul Pugnos Oper «La ville morte» in einer fragwürdigen Rekonstruktion
Jahrmarkt der Eitelkeiten
Franz Willnauer präsentiert zum Teil unveröffentlichte Dokumente aus der Wiener Zeit Gustav Mahlers
Und das Schöne lebt nur im Gesang
Buch des Monats: Mit dem 1000-Seiten-Band «Tonfabeln» beschließt Norbert Abels seine umfassend klugen Betrachtungen über die Kunst im Allgemeinen und die Oper im Besonderen
Interview
«Es geht darum, berührt zu werden»
In ihrer Heimat, der Slowakei, ist sie ein Star, als Autorin, Performerin und Regisseurin. Aber Sláva Daubnerová kann auch Oper. Ihre Inszenierungen sind gedankenvoll, assoziativ, vor allem phantasiereich und nicht immer ganz leicht zu entschlüsseln. Ein Gespräch über Freiheit, schlechte Libretti, falsche Frauenbilder und Politik
Panorama
Ganz schön raffiniert
Mozart: Così fan tutte am Theater Heidelberg
Fragwürdig
Mozart: Die Zauberflöte am Theater Bremen
Teatro comico
Rossini: Il barbiere di Siviglia an der Staatsoper Hamburg
Alptraum auf Deutsch
Weber: Der Freischütz am Theater Bonn
Pünktliche Post
Zeller: Der Vogelhändler am Theater Chemnitz
Feminismus light
Verdi: La traviata am Gärtnerplatztheater München
Der Wille zur Freiheit
Bizet: Carmen an der Opera Vlaanderen Antwerpen
Volltreffer
Strauss: Salome am Theater Hagen
Kraftströme
Zillig: Rosse / Leoncavallo: Pagliacci am Mainfrankentheater Würzburg
Augenblick, verweile doch!
Boulanger: Faust et Hélène/ Schwab: Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm am Deutschen Nationaltheater Weimar
Zu Fels erstarrt
Fortner: Bluthochzeit an der Oper Frankfurt
Große Tat
Čekovská: Dorian Gray am Eduar-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz
Vom Kreislauf der Gewalt
Saariaho: Innocence am Staatstheater Braunschweig
Real surreal
Diverse: Don Quijote am Theater Basel
Service
Spielpläne 7/26
Hier finden Sie alle Termine (Premieren sowie Repertoirevorstellungen) der Opernhäuser in Deutschland. Von allen anderen Häusern weltweit bilden wir die Daten zu den Premieren ab.
Reportage
Zeit des Aufbruchs
Am Volkstheater Rostock beherrschen sie die Kunst der Improvisation aus dem Effeff. Müssen sie auch: Das Hauptgebäude ist sanierungsbedürftig, der Spielplan von baulichen Einschränkungen definiert. Mit viel Phantasie basteln die Verantwortlichen aber schon heute erfolgreich an einer schönen, neuen Theaterwelt
Magazin
1181 Gramm höchste Expertise
Stephan Mösch taucht in seinem Buch «Bayreuth als Theater» tief in die Geschichte der Festspiele ein
Mehr als eine quantité négligeable
In seinem Buch «Von Bayreuth nach Auschwitz» begibt sich Anno Mungen auf Spurensuche zur Verbindung von Oper, Politik und Massenmord im Dritten Reich
Wenig Neues
Der Band «Aufgehobene Revolution» von Laurenz Lütteken bietet leider nur wenig Neues in der Causa Wagner
Schaumlos sozusagen
Fabio Luisi und das Dallas Symphony Orchestra legen zum 150-jährigen Jubiläum eine rhetorisch bezwingende «Ring»-Lesart vor
Unterhaltsam gebildet
Bloß keine Angst vor dem «Ring»: Fünf Jahre nach seinem Tod erscheint die Leitmotiv-Sammlung des Wagner-Erklärers Stefan Mickisch in Buchform
Easy to Like
Die kleine Folkoperan in Stockholm feiert ihr 50-jähriges Bestehen und kann auf eine breite Zustimmung verweisen
Connaisseur der alten Schule
Mit Jürgen Kesting, der im Alter von 85 Jahren verstorben ist, verliert die Musikkritik einen der letzten Einwohner der Gelehrtenrepublik. Ein Nachruf
Stücke und Stückchen
Eindrücke von der Münchener Biennale, die seit diesem Jahr eine neue Doppelspitze hat
Nach einer alten Legende
Francesco Filidei: «Accabadora»