Volltreffer
Das Theater Hagen überrascht immer wieder mit seinem Mut zu großen Brocken, die sowohl den bescheidenen Dimensionen des Hauses als auch seiner chronischen Unterfinanzierung trotzen. In allerbester Erinnerung ist etwa Jochen Biganzolis fulminante Inszenierung von Wagners «Tristan» zu Beginn der Ära des Intendanten Francis Hüsers.
Seit Beginn dieser Spielzeit bekleidet Søren Schuhmacher das Amt und wird dort ab August zusätzlich die Geschäftsführung übernehmen, um eine «zukunftsorientierte und effiziente Führungsstruktur» zu sichern (natürlich soll auch mit dieser Maßnahme gespart werden). Schuhmacher setzt unverdrossen die Tradition der Herausforderungen fort und hat zum Ende seiner ersten Saison Strauss’ «Salome» aufs Programm gesetzt. Und erneut wird der Mut belohnt – mit einer ebenso mitreißenden wie beklemmend intensiven Produktion. Bühnen- und Kostümbildnerin Bettina John hat ein Flugzeugwrack in ein dystopisches, schwarz grundiertes Niemandsland gewuchtet, durch das beständig Pyronebel wabern. Noch vor dem ersten Takt lässt Regisseurin Noa Naamat scharfe Böen aufheulen – ein Hinweis auf jenen Wind, von dem später Herodes immer wieder singen wird. In und um das Wrack herum ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 65
von Regine Müller
Aus diesen Mauern gibt es kein Entkommen. In Àlex Ollés Inszenierung von Wolfgang Fortners «Bluthochzeit» blickt man in ein steinernes Verlies. Die hohen Wände reichen fast bis an den Schnürboden heran. Unten sitzen Mutter und Sohn an einer langen Tafel. Genügend Platz für eine große Familie, doch die beiden leben allein wie in einer Gruft.
Die Oper beruht auf dem...
Das Orchesterlied ist eine Errungenschaft der Hochromantik. Berlioz und Liszt waren die Ersten, die eigene und fremde Klavierlieder orchestrierten. Aus dem für Frankreich typischen Genre haben sich neben Berlioz’ berühmten «Les nuits d’été» nur vereinzelte Stücke von Duparc, Chausson, Debussy und Ravel im Repertoire gehalten. Die Vorherrschaft des Klavierlieds,...
Es ist nur eine Karikatur. Aber sie erzählt viel über das Demokratie-Verständnis einer Partei, die demnächst auf Länderebene mit absoluter Stimmenmehrheit regieren könnte. Die Zeichnung, die unter dem Titel «Neulich in Sachsen-Anhalt» einen politischen F.A.Z.-Artikel über den drohenden Machtwechsel in diesem Bundesland ziert, zeigt zwei alte, grimmig glotzende...
