Unterhaltsam gebildet
Person und Werk möglichst strikt voneinander zu trennen gehört für den Rezipienten bei Richard Wagner zu den wichtigsten Überlebensstrategien. Bei manchem seiner Exegeten empfiehlt sich eine ähnliche Trennung, bei Stefan Mickisch zum Beispiel, der fünfzehn Jahre lang bei den Bayreuther Festspielen Einführungsvorträge veranstaltete – zunächst auf offizieller Seite, später, nach Streitigkeiten mit dem örtlichen Richard-Wagner-Verband in Eigenregie. Mickisch konnte sich das leisten, seine Fangemeinde war groß und ist es auch noch nach seinem plötzlichen Tod vor fünf Jahren.
Was der gebürtige Oberpfälzer bot, war unterhaltende Bildung auf hohem Niveau. Als stark veranlagter Pianist war er imstande, Wagners Musik auch auf dem Flügel eindrückliche Präsenz zu verschaffen, als Universalgebildeter, als nicht nur in Sachen Wagner beschlagener Bücher- und Notenfresser konnte er analysieren und Querverbindungen ziehen wie wenige andere. Das alles garniert mit einem Sinn für populäre Pointen, für kalkulierte Stilbrüche und überraschende, oft gewagte Theorien. Ob es hilfreich ist, die Tonarten des Quintenzirkels mit den Tierkreiszeichen zusammenzudenken? Oder auf Denkbilder «unserer germanischen ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Magazin, Seite 89
von Clemens Haustein
arte
04.07. – 18.35 Uhr Die Geigenbauerin von Cremona
Die Stadt Cremona, wo einst die Legenden Stradivari und Guarneri wirkten, ist noch heute das Mekka des Geigenbaus. Die Französin Bénédicte zeigt in ihrer Werkstatt, wie ein maßgefertigtes Instrument entsteht.
05.07. – 00.50 Uhr Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier in Baden-Baden
Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier...
Würzburgs langjähriger, demnächst scheidender Operndirektor Berthold Warnecke war schon für so manche Entdeckung gut, brachte sein Haus aber auch gern mal an Grenzen, etwa mit Wagner oder Meyerbeer. Der neueste Streich gilt indes einer wunderbaren Rarität. Winfried Zillig wurde 1905 in Würzburg geboren und etablierte sich rasch als erfolgreicher Komponist und...
Bonaria Urai ist, soviel lässt sich sagen, eine außergewöhnliche Frau. Eines Tages hat sie beschlossen, mit einem Schlag zu altern und nurmehr als Tzia, als «Tante», Bonaria Urai durch die Gassen Sorenis zu wandeln, jenes kleinen sardischen Ortes, in dem sie seit Urzeiten lebt und Maß nimmt – an den Kleidern ihrer Kundinnen und ebenso an den Menschen, die ihr auf...
