Durch die Pforten des Schmerzes

Eine Bereicherung: Händels «Sosarme» in einer Aufnahme aus Versailles

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Wie alle barocken Seria-Opern ist auch Händels «Sosarme» ein Sängerfest, in dem sich die Da-Capo-Arien der Solisten wie Perlen auf einer Schnur aneinanderreihen. Dennoch macht der selten aufgeführte, auch auf Tonträgern vernachlässigte «Sosarme» eine Ausnahme, weil es keine der 21 Solonummern ist, die sich besonders einprägt, sondern das Duett «Per le porte del tormento», das der Titelheld und seine Braut Elmira im zweiten Akt singen.

Durch die «Pforten der Schmerzen» müssen der im intriganten Machtkampf um die Nachfolge seines königlichen Amtsbruders Haliate verwundete Sosarme und Elmira gehen, um die Freuden des Glücks zu genießen. Händels schwerelos im Siciliano-Takt schwebende Musik, die jede Last des Irdischen vergessen macht, wiegt das Liebespaar in einen nicht enden wollenden Wechselgesang der Stimmen ein. Leider verfehlt die Neuaufnahme mit ihrem etwas leiernden, die Flügel hängen lassenden Tonfall gerade hier die magische Entgrenzung, wie man sie aus der siebzig Jahre alten Einspielung mit Alfred Deller und Margaret Ritchie in Erinnerung hat.

Auch sonst präsentiert der 1732 für Händels zweite Londoner Opernakademie entstandene «Sosarme» fast durchweg inspirierte, ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Medien, Seite 42
von Uwe Schweikert

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