Jahrmarkt der Eitelkeiten

Franz Willnauer präsentiert zum Teil unveröffentlichte Dokumente aus der Wiener Zeit Gustav Mahlers

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Ein Trauerspiel ist’s. Aber keines in fünf Akten, wie gewöhnlich, sondern eines, das sich über fast sieben (nicht gar so gute) Jahre hinwegzieht und aus rund 70 Briefen und Telegrammen besteht. Die Protagonisten sind der Hofoperndirektor Gustav Mahler und ein Sänger, genauer: ein Tenor. Und da fangen die Schwierigkeiten schon an. Tenöre können Götter sein, wenn sie, wiederholt, das hohe C treffen, gelten in der Branche jedoch nicht erst seit gestern als äußerst kapriziöse Charaktere.

Auch Wilhelm «Willi» Birrenkoven war, zumindest in künstlerischer Hinsicht, alles andere als ein einfacher «Kandidat». Ein Heldentenor, wie er im Buche steht, begnadet, aber zugleich auch höchst empfindsam und empfindlich (was nicht das Gleiche ist), dazu stets besorgt um seine fragile Gesundheit.

Liest man den Brief- und Telegrammwechsel zwischen Mahler und Birrenkoven, der erstmals in vollständiger Form vorliegt, sträuben sich einem beinahe die Haare – vor allem über die Sturheit auf beiden Seiten, aber auch über die komplizierten Bedingungen des Betriebs. Dabei scheint die Causa anfangs recht eindeutig. Mahler will den gebürtigen Kölner, einen Star des Hamburger Stadt-Theaters, nach Wien holen, und ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Medien, Seite 48
von Jan Verheyen

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