Ganz schön raffiniert

Mozart: Così fan tutte am Theater Heidelberg

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Man muss sich schon große Mühe geben, um in Don Alfonso etwas anderes zu sehen als einen verdrucksten Frauenverächter. Aber warum sollte man überhaupt? Am Theater Heidelberg lässt Magdalena Fuchsberger ihn stattdessen einmal kräftig ausspucken, obwohl James Young eine so adrette weiße Perücke trägt und feinen schwarzen Zwirn. Da schau her, so einer ist das!

Die österreichische Regisseurin redet im Marguerre-Saal also nicht drumherum.

Sie greift überdies auch kräftig ein, aber das macht sie einerseits so plausibel und mit einem so anmutigen Szenario andererseits, dass es hervorragend funktioniert. Dass sie Mozarts und Lorenzo Da Pontes «Così fan tutte» dabei aus den Angeln hebt, lässt sie sich lange gar nicht anmerken. Dabei gibt es schon ganz am Anfang einen Übergriff, unterstützt vom Dirigenten Clemens Flick: Der Ouvertüre wird nämlich die erste Szene vorangestellt. Auf weißer Bühne, die biegsam wie ein Blatt Papier hinten nach oben gezogen ist, hocken die drei Herrn am Kaffeetischchen, hecken Arges aus und schlecken ihren Mokka. Oben auf der weißen Fläche steht der Titel der Oper – in Schönschrift. Die Schleckenden und Heckenden einigen sich derweil auf die bekannte perfide ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Judith von Sternburg

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