Blühendes Sizilien
Lullys «Bellerophon» von 1679, wo der Held die dreigestaltige Chimäre in einer spektakulären Flugaktion auf dem Wunderpferd Pegasus – ein Triumph der Bühnenmaschinerie – besiegt, hatte sich ein Jahr lang in Paris auf der Bühne gehalten und wurde auf königlichen Wunsch im Januar 1680 in dessen Residenz in Saint-Germain-en-Laye neu produziert, wenige Wochen vor der Uraufführung der «Proserpine» am selben Ort. Beide Opern feiern den im Vertrag von Nimwegen errungenen Frieden, der den Holländischen Krieg beenden sollte.
Jetzt ist wieder Zeit für Apoll und die Musen, wie der Prolog von 1779 verkündet.
Nun galt es für Lully und seinen nach einer Hofintrige erneut in Gnaden aufgenommenen Librettisten Philippe Quinault, sich erneut zu behaupten und sich selbst zu überbieten. Der linearen Intrige des «Bellerophon», dessen fünf Akte jeweils mit Triumphzug, Dämonenbeschwörung, Orakelszene, Kampf und Hochzeit üppig enden, setzen sie einen vielgestaltigen Bilderbogen entgegen, in dem der furchterregende Ätna über einem blühenden Sizilien, dem Reich von Proserpines Mutter Cérès, die sinistre Hauptrolle spielt. Im dritten Akt wird sein von Cé-rès geborgtes Feuer ganz Sizilien verheeren. Unter ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Medien, Seite 42
von Klaus Heinrich Kohrs
Frau Daubnerová, wollen wir über das Verhältnis von Kunst und Politik reden?
Tatsächlich kommt man nicht umhin, über Politik zu sprechen, insbesondere in der Slowakei, wo ich lebe, wenn ich nicht im Ausland arbeite. Nachdem Robert Fico als Ministerpräsident wieder an die Macht gelangte, geschah in meiner Heimat in Windeseile, was der kürzlich abgewählte Viktor...
Es wird hektisch, der Gatte naht. Ein Sprung hinter den Lehnstuhl, ein kopfloses Fliehen an der Rampe auf der Suche nach dem Versteck im Nebenraum. Normalerweise käme irgendwann der Sprung durchs Bühnenfenster in den Garten oder, manche Regisseure wollen auf den nahe liegenden Gag ja nicht verzichten, in den Orchestergraben. Man denkt an Mozarts «Figaro», muss sich...
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