Blühendes Sizilien

Transparent und trennscharf: Lullys «Proserpine» mit Christophe Rousset

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Lullys «Bellerophon» von 1679, wo der Held die dreigestaltige Chimäre in einer spektakulären Flugaktion auf dem Wunderpferd Pegasus – ein Triumph der Bühnenmaschinerie – besiegt, hatte sich ein Jahr lang in Paris auf der Bühne gehalten und wurde auf königlichen Wunsch im Januar 1680 in dessen Residenz in Saint-Germain-en-Laye neu produziert, wenige Wochen vor der Uraufführung der «Proserpine» am selben Ort. Beide Opern feiern den im Vertrag von Nimwegen errungenen Frieden, der den Holländischen Krieg beenden sollte.

Jetzt ist wieder Zeit für Apoll und die Musen, wie der Prolog von 1779 verkündet.

Nun galt es für Lully und seinen nach einer Hofintrige erneut in Gnaden aufgenommenen Librettisten Philippe Quinault, sich erneut zu behaupten und sich selbst zu überbieten. Der linearen Intrige des «Bellerophon», dessen fünf Akte jeweils mit Triumphzug, Dämonenbeschwörung, Orakelszene, Kampf und Hochzeit üppig enden, setzen sie einen vielgestaltigen Bilderbogen entgegen, in dem der furchterregende Ätna über einem blühenden Sizilien, dem Reich von Proserpines Mutter Cérès, die sinistre Hauptrolle spielt. Im dritten Akt wird sein von Cé-rès geborgtes Feuer ganz Sizilien verheeren. Unter ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Medien, Seite 42
von Klaus Heinrich Kohrs

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