Das Wesen des Glücks
Musik bewegt sich immer in der Zeit – selbst im Falle rigoroser Verweigerung muss sie irgendwann weiter, und wenn es in einem Jahr ist. Ein Gemälde ist offensichtlich das Gegenteil davon; alles, was darauf zu sehen ist, wurde hineingezwungen in einen ewigen Stillstand. Umso schneller, das hat eine ironische Seite, kann der Mensch, der es sich anschaut, weitereilen. Tests zufolge verharren Museums -besucherinnen und -besucher vor Bildern nicht selten bloß zehn Sekunden und zeigen sich im Anschluss dennoch ganz begeistert. So zügig ist eine Oper nicht zu haben.
Mit Stillstand und Bewegung und dem Verhältnis zwischen den Kunstgattungen spielt nun auch Markus Bothe in seiner so attraktiven wie durchdachten Inszenierung von Monteverdis «L’Orfeo». Es ist die Musik selbst, die den Abend lächelnd mit einem Fingerschnipsen startet. Seht her, was ich zu bieten habe, sagt ihr Lächeln. Und zu Recht. Denn jetzt setzen Jörg Halubek und sein Ensemble Il Gusto Barocco mit Finesse ein. Und damit auch einen «Alten Meister» in einem Museumssaal in Bewegung. Für einen der begabtesten Vertreter der Musik auf Erden, den Sänger Orfeo, kommt Leben in die reizende Schäferszene. Vor allem die Hübscheste ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Judith von Sternburg
arte
04.07. – 18.35 Uhr Die Geigenbauerin von Cremona
Die Stadt Cremona, wo einst die Legenden Stradivari und Guarneri wirkten, ist noch heute das Mekka des Geigenbaus. Die Französin Bénédicte zeigt in ihrer Werkstatt, wie ein maßgefertigtes Instrument entsteht.
05.07. – 00.50 Uhr Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier in Baden-Baden
Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier...
Frau Daubnerová, wollen wir über das Verhältnis von Kunst und Politik reden?
Tatsächlich kommt man nicht umhin, über Politik zu sprechen, insbesondere in der Slowakei, wo ich lebe, wenn ich nicht im Ausland arbeite. Nachdem Robert Fico als Ministerpräsident wieder an die Macht gelangte, geschah in meiner Heimat in Windeseile, was der kürzlich abgewählte Viktor...
Wie alle barocken Seria-Opern ist auch Händels «Sosarme» ein Sängerfest, in dem sich die Da-Capo-Arien der Solisten wie Perlen auf einer Schnur aneinanderreihen. Dennoch macht der selten aufgeführte, auch auf Tonträgern vernachlässigte «Sosarme» eine Ausnahme, weil es keine der 21 Solonummern ist, die sich besonders einprägt, sondern das Duett «Per le porte del...
