Und das Schöne lebt nur im Gesang

Buch des Monats: Mit dem 1000-Seiten-Band «Tonfabeln» beschließt Norbert Abels seine umfassend klugen Betrachtungen über die Kunst im Allgemeinen und die Oper im Besonderen

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Wo anfangen, wo enden? Diese Frage wird sich vermutlich auch der Autor dieses bestechend kaleidoskopischen Ideen-Panoramas gestellt haben. Die Antwort darauf aber muss weder Norbert Abels noch sonst jemand finden. Der «Stoff, aus dem die Opern sind» gibt sie selbst: die Fülle der Gedanken(spiele) und Assoziationen, die nie je von Blässe angekränkelt sind, sondern durchflutet von einem enormen Wissen, von der Kenntnis nicht nur einer «Materie», und vor allem von der stupenden Lust auf Mitteilung, die sich schon im Titel andeutet.

«Tonfabeln», heißt der dritte Teil einer Trilogie, die der Dramaturg, Dozent, Publizist, Musiker und Homme de lettres vor gut 15 Jahren mit dem «Ohrentheater» begonnen hatte; ihre Fortsetzung fand sie mit dem Essay-Band «Notenlese», nun folgt der krönende Abschluss, wiederum in drei Teilen: Der erste Abschnitt «Cantus facio, ergo sum» beschreibt mit gleichsam cartesianischer Strenge Wesen und Wirkung von Musik und Ästhetik und denkt über die synkretistische Kunstform Oper nach. Im Mittelblock («Over the rainbow») wirft der gewiefte und (musik-) geschichtsphilosophisch überaus bewanderte Dramaturg noch einmal einen tiefsinnigen Blick auf die beiden Genies ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Medien, Seite 49
von Jürgen Otten

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