Feminismus light
Immerhin diese Frage klärt die Regie: Was passiert eigentlich mit den Menschen im Umfeld der Hauptfigur? Mit denjenigen, die ständig auf Tuchfühlung sind mit der Kranken, manchmal auf Hautkontakt wie der unglückselige Alfredo. Letzterer, hohlwangig, blass und mit Augenringen, führt im letzten Bild vor: Er hat sich angesteckt. Andere auch. Aber eigentlich tut das gar nichts zur Sache. Es ist nur ein Detail in der Inszenierung von Isabel Ostermann.
Ein paar andere, ungewöhnliche gibt es auch noch in dieser «La traviata» fürs Münchner Gärtnerplatztheater, die kleine Widerhaken sein wollen im Traditionalismus.
Denn eigentlich inszeniert Isabel Ostermann vom Blatt, will sich das aber nicht zur Gänze eingestehen – und sich davon distanzieren. Man soll also schmunzeln über ausgestopfte Rehe als Pseudo-Idyll im Hintergrund. Oder über Alfredo, der in Akt zwei seine Arie unterm extra eingerichteten Scheinwerfer singt, ein demonstrativer Moment dieses Gigolos. Und man soll etwa lächelnd die Photographen registrieren, die das Paar umtänzeln, als ob der Gag nicht schon vor 20 Jahren Staub angesetzt hätte – ebenso wie die Disco-Kugel zum Brindisi. Manchmal kommt es auch in den stilisiert ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Markus Thiel
Lullys «Bellerophon» von 1679, wo der Held die dreigestaltige Chimäre in einer spektakulären Flugaktion auf dem Wunderpferd Pegasus – ein Triumph der Bühnenmaschinerie – besiegt, hatte sich ein Jahr lang in Paris auf der Bühne gehalten und wurde auf königlichen Wunsch im Januar 1680 in dessen Residenz in Saint-Germain-en-Laye neu produziert, wenige Wochen vor der...
arte
04.07. – 18.35 Uhr Die Geigenbauerin von Cremona
Die Stadt Cremona, wo einst die Legenden Stradivari und Guarneri wirkten, ist noch heute das Mekka des Geigenbaus. Die Französin Bénédicte zeigt in ihrer Werkstatt, wie ein maßgefertigtes Instrument entsteht.
05.07. – 00.50 Uhr Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier in Baden-Baden
Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier...
Vielleicht haben sie in einer Kühlkammer geruht, im Zustand zwischen nicht mehr lebendig und tot, auf dass sie, wie in dieser Aufführung geschehen, jederzeit reanimiert werden können, und auch, um wichtigen Fragen nachzugehen: Was hatte es eigentlich auf sich mit den rivalisierenden Königinnen? Wie verliefen die Kraftfelder der Macht, wer steuerte sie? Und gab es...
