Alptraum auf Deutsch

Weber: Der Freischütz am Theater Bonn

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Die Spezialdisziplin des Regisseurs Volker Lösch besteht darin, Opernstoffe für politische Aussagen umzufunktionieren. Nach Beethovens «Fidelio» und der Kurdenproblematik sowie Weills «Mahagonny» mit der Flutkatastrophe im Ahrtal ging es beim «Freischütz», seiner dritten Bonner Operninszenierung, um den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg einer rechtsextremen Partei.

Das Schlussbild zeigt einen riesigen weißen Schriftzug auf schwarzem Grund: «2029 AfD verhindern!»

In ihrer brachialen Einfachheit, die stets ein wenig an das Agitprop-Theater der 1970er-Jahre erinnert, wirken Löschs Inszenierungen oft wie aus der Zeit gefallen, sind aber in ihrer Ehrlichkeit dann doch relevant. Und zwar nicht nur wegen der politischen Implikationen (welchem vernünftigen Menschen wäre nicht bang vor rechtsradikalen Umtrieben), sondern auch aufgrund ihrer theaterästhetischen Grundüberlegung. Dazu bemüht der Dramaturg Stefan Schnabel keinen Geringeren als Karl Marx: «Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen bringen, dass man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt.» Oper, verstanden als «Kraftwerk der Gefühle» (Alexander Kluge) sei geeignet, den dumpfen, affektiven Ressentiments, die das ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 62
von Richard Lorber

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