Opernwelt April 2026
Editorial
Im Focus
Deutschstunde
Elisabeth Stöppler sucht in Stuttgart nach den dunklen Seiten in Wagners «Meistersingern», Cornelius Meister liefert eine mitreißende musikalische Interpretation
Gold, Rausch, heiliger Wahn
Meiningen und Zürich holen Hindemiths «Cardillac» 100 Jahre nach der Uraufführung wieder aus der Versenkung. Musikalisch ist es da wie dort eine Offenbarung
Das Grauen geht weiter
Evgeny Titov vermengt in Bergs «Wozzeck» an der Oper Graz überaus gekonnt christliche Anspielungen, Symbolismus und Wimmelbilder. Vassilis Christopoulos erweist sich als sorgfältiger Sachwalter der Partitur
Die Krankheit Angst
Michael Schulz geht in seiner Saarbrücker Inszenierung von Poulencs «Dialogues des Carmélites» der Frage auf den Grund, wie man die Furcht vor dem Tod überwinden kann
Il trionfo del teatro e del bel canto
Wien huldigt dem Mutterland der Gattung: Die Staatsoper zeigt eine umstrittene Neuproduktion von Verdis «Luisa Miller» sowie Günter Krämers «Nabucco»-Lesart mit Anna Netrebko, das MusikTheater an der Wien holt Florian Leopold Gassmanns grandiose «L’Opera seria» nach 257 Jahren zurück in ihre Geburtsstadt
Zwischen den Stühlen
Verena Stoiber schickt Tschaikowskys «Eugen Onegin» in Aachen auf eine etwas langatmige Erinnerungsreise
Du edles Angesicht!
Johannes Erath inszeniert Astor Piazzollas «María de Buenos Aires» in Düsseldorf als Requiem für eine Hure und Heilige, Mariano Chiacchiarini tanzt dazu im Graben Tango Argentino
Die Musik ist das Leben selbst free
Das Staatstheater Mainz bringt Viktor Ullmanns Oper «Der Kaiser von Atlantis» auf die Bühne
Paradise Lost
Tatjana Gürbaca und Erik Nielsen tauchen an der Oper Frankfurt tief in die Unterwelten von Benjamins «Written on Skin» ein
Die Oper, die aus der Ferne kam
Musikalisch stark, einfühlsam inszeniert, aber nicht frei von Historismus: Das Theater Vorpommern wagt sich in Stralsund an Detlev Glanerts «Oceane»
Zu Scherben zersplittert
Puccinis «Turandot» an der Staatsoper Hannover verweigert sich in Jakob Peters-Messers Lesart einer positiven Utopie, glaubt aber immerhin an die Möglichkeit der Liebe
Medien
Wo die Liebe hinfällt
Eine lohnenswerte Wiederentdeckung: «Omphale» von Jean-Baptiste Cardonne
Aus Fleisch und Blut
Spektakulär: Alexis Kossenko dirigiert Lullys «Atys»
Liebeslieder für die Ewigkeit
CD des Monats: Gwendoline Blondeel singt Airs de Cours, Monodien und Madrigale aus der Renaissance und dem Barock
Gegen das Gegröle
Adriana González’ superbes Album «Rondos for Adriana»
Vorsicht, Höhengefahr
Elsa Dreisig mutet sich mit ihrem neuen Album «Invocation» wohl doch ein bisschen zu viel zu
Feinste Arbeit
Edmond Dédés «Morgiane» in Ersteinspielung
Leichter werden, schwerer sein
Julie Roset und Parveen Savart mit Mélodies des 20. Jahrhunderts
Lispeln, hauchen, bellen
Clara Barbier Serrano beeindruckt mit minimalistischer Vokalmusik
So war es und nicht anders
Cornelie Becker-Lamers untersucht aus streng feministischer Perspektive Handlung und Figurenrede in Schikaneders «Zauberflöte»
Gesinnungsnazi? Formalnazi! free
Buch des Monats: Der Historiker Michael Wolffsohn geht noch einmal dem Nazi-Vorwurf gegen Karajan nach
Interview
Im Zweifel lieber leise
Seine Inszenierungen sind im Grunde so wie er selbst: poesiegeladen, pointiert, präzise, gedanklich durchwirkt. Ein Wunder ist dies nicht, Ingo Kerkhof hat, bevor er sich der Schauspiel- und Opernregie zuwandte, Philosophie, Politologie und Literaturwissenschaft studiert. Ein Gespräch über bedeutende Dramatiker, verführerische Angebote, unbequeme Meinungen und den talentierten Nachwuchs
Panorama
Singen von der Vergangenheit
Janáček: Das schlaue Füchslein an der Staatsoper unter den Linden Berlin
Buddhistisches Allerlei
Vir: Awakening am Theater Bonn
Masse und Macht
Britten: Peter Grimes am Staatstheater Braunschweig
Jenseits des Amazonas
Santoro: Alma am Anhaltischen Theater Dessau
Völlig verkitscht
Andrée: Die Fritjof-Saga am Aalto-Musiktheater Essen
Stummfilm im Tondgewand
Händel: Tamerlano bei den Händelfestspielen Karlsruhe
Im Puppenheim
Tschaikowsky: Pique Dame an der Opéra Royal de Wallonie Lüttich
Eine Frage der Unabhängigkeit
nach Bizet: La Tragédie de Carmen am Theater Luzern
Wer schlägt, der liebt
Dukas: Ariane et Barbe-Bleue am Teatro Real Madrid
Jubel und Betroffenheit
Borodin: Fürst Igor am Gärtnerplatztheater München
Im Weihwasser ertrunken
Gounod: Faust an der Bayerischen Staatsoper München
Erschütternd
Ronchetti: Inferno am Teatro dell'Opera Rom
Ein weiterer Coup
Beer: Polnische Hochzeit am Theater Regensburg
Immer diese Kronleuchter
Donizetti: Roberto Devereux am Theater Ulm
Kampfzone Oper
Donizetti: La Mamma! am Hessischen Staatstheater Wiesbaden
Opernwelt auf Landpartie
Die Möglichkeit einer besseren Welt
Während der Weimarer Republik war das Oldenburgische Staatstheater ein Zentrum künstlerischer Innovation, in den Nazi-Jahren war die Stadt eine Hochburg der NSDAP. Erinnerungskultur und politische Wachsamkeit gehören heute zur DNA des Viersparten-Hauses
Service
Spielpläne 4/26
Hier finden Sie alle Termine (Premieren sowie Repertoirevorstellungen) der Opernhäuser in Deutschland. Von allen anderen Häusern weltweit bilden wir die Daten zu den Premieren ab.
Porträt
Bremer Freiheit
Seit 20 Jahren gehört Nadine Lehner zum Ensemble des Theaters in der Hansestadt. Die Bandbreite ihres Repertoires ist enorm, zuletzt triumphierte die Sopranistin als Renata in Prokofjews «Feurigem Engel». Porträt einer Unerschrockenen
In Erinnerung
Erfühlen und Erfüllung
Eine Hommage an den verstorbenen Bassbariton José van Dam
Magazin
Verdeckte Umverteilung
Die Wiener Kultur ist gezwungen, heftige Sparmaßnahmen umzusetzen. Traditionsreiche Institutionen trifft es hart, populäre, niedrigschwellige Anbieter werden hingegen geschont oder sogar gefördert
An Brahms hielt er fest
Eine Nuance des Wiener Fin de Siècle: 70 Jahre nach seinem Tod werden die Werke Oskar C. Posa s wiederentdeckt
Abschied(e)
Opera Europa: Impressionen aus Perugia, Paris und Prag
Böse kann er besonders gut
Zum 80. Geburtstag des Bassbaritons Sergei Leiferkus
Sonniger Heldentenor
Ein großer Siegfried, der Ernst und Humor verband: Zum Tod von Wolfgang Schmidt
Lustdirigent free
Nimmermüde: Zubin Mehta wird musizierend 90 Jahre alt
Die Maske muss runter
Philipp Krebs: «Zornfried»