An Brahms hielt er fest

Eine Nuance des Wiener Fin de Siècle: 70 Jahre nach seinem Tod werden die Werke Oskar C. Posa s wiederentdeckt

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Der französische Künstler-Agent Olivier Lalane hat einen Komponisten entdeckt und, weil er ihn für ein vergessenes Genie hält, gleich ein Label gegründet, das auf zwei CDs eine Auswahl seiner Lieder und Kammermusik vorstellt. Die Recherche zur Person von Oskar C. Posa (1873–1951) dokumentiert Lalane in einem ausführlichen, mit vielen Text- und Bilddokumenten angereicherten Essay über Leben und Werk des Vergessenen. Die Publikation wird dadurch zu einem kleinen Buch.

Posa, ein gebürtiger Wiener jüdischer Herkunft, ist musikalisch im spätromantischen Idiom von Brahms sozialisiert und im Umfeld von Alexander Zemlinsky und Arnold Schönberg aufgewachsen, mit denen der Gleichaltrige auch befreundet war. Von ihm stammt das Memorandum der 1904 von Schönberg und Zemlinsky ins Leben gerufenen, aber nur kurzfristig bestehenden «Vereinigung schaffender Tonkünstler in Wien». Seine «Soldatenlieder» standen zusammen mit Zemlinskys Orchesterphantasie «Die Seejungfrau» und Schönbergs sinfonischer Dichtung «Pelleas und Melisande» auf dem Programm eines von den drei Komponisten dirigierten Konzerts am 25. Januar 1905. Bald danach schlug Posa eine Laufbahn als Dirigent und Lehrer ein, amtierte von ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: Magazin, Seite 88
von Uwe Schweikert

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