Völlig verkitscht

Andrée: Die Fritjof-Saga am Aalto-Musiktheater Essen

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Das Projekt liest sich toll: «Die Fritjof-Saga» der schwedischen Komponistin, Organistin, Telegrafistin und Frauenrechtlerin Elfrida Andrée erlebt im Aalto-Musiktheater Essen ihre stark verspätete szenische Uraufführung, das Libretto zur Oper schrieb keine Geringere als die spätere Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf. Andrée reichte die Partitur anonym 1894 bei einem Wettbewerb zur Eröffnung des neuen königlichen Opernhauses in Stockholm ein, doch ohne Erfolg.

So blieb der «Fritjof-Saga» eine szenische Aufführung verwehrt, belegt sind lediglich zwei fragmentarisch-konzertante Abende. Und Andrée versuchte sich in ihren verbleibenden mehr als 35 Lebensjahren nie wieder am Genre Oper.

In Essen wird deutlich, warum. Die Ouvertüre präsentiert sich noch als süffiger Cocktail aus feierlichen Wagner-Reminiszenzen, auch Erinnerungen an Schumanns glücklose Opern-Versuche stellen sich ein. Andrée instrumentiert üppig, setzt – erst verschwenderisch, dann fast inflationär – die Harfe ein; Holz- und Blechbläser punkten durch effektvolle Akzente. Auch mit den Chören weiß die Komponistin geschickt zu hantieren. Prekär wird es bei den Solopartien. Andrée zwingt alle größeren Rollen bei ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Regine Müller

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