Pläne der Redaktion 4/26
Entschlossen
Ein Tausendseitenroman auf der Theaterbühne? Für Ewelina Marciniak kein Problem. 2021 formte sie die «Jakobsbücher» ihrer Landsfrau Olga Tokarczuk zu einem spannenden Abend. Ohnehin scheut die polnische Regisseurin vor Großprojekten nicht zurück: In Bern hat sie Wagners «Ring» inszeniert, an der Staatsoper Stuttgart nimmt sie sich Poulencs Musikdrama «Dialogues des Carmélites» vor. Wir sind dabei
Experimentell
Ein Australier in Island? Kaum denkbar. Aber möglich.
Der Musiker und Filmkomponist Ben Frost lebt seit vielen Jahren im Eis und darf als einer der innovativsten Tonsetzer seiner Generation gelten. Die Grenzen der Genres ständig überschreitend, sucht dieser Künstler, der wesentlich von Brian Eno und dessen Ästhethik beeinflusst wurde, nicht nur nach neuen Formen und Klängen, sondern auch nach Stoffen, die politischen Sprengstoff bergen. Vor vier Jahren kam an der auftraggebenden Staatsoper Hannover seine Recherche-Oper «Der Mordfall Halit Yozgat» heraus. Nun ist das Werk über einen NSU-Mord am Deutschen Nationaltheater Weimar zu erleben
Empfindsam
Ein Liedbegleiter als Interpret sämtlicher Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven? Daniel Heide ist gerade dabei, ...
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Opernwelt April 2026
Rubrik: Impressum, Seite 96
von
Herr Kerkhof, lieben Sie Beckett?
Aber ja, sogar sehr.
Warum?
Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Ich weiß nur, dass er mich seit vielen Jahren begleitet. Beckett war ein Autor, den ich als junger Mann unbedingt lesen und verstehen wollte.
Wann sind Sie seinen Stücken das erste Mal begegnet?
Mit 22, 23 Jahren. Wirklich wichtig wurde Beckett allerdings erst...
Siegfried, Bergfried, Gottfried oder Wahnfried – das klingt nach germanischem Musikdrama, nach bürgerlichem Ernst, Leitmotivik und Sitzfleisch. Genauso knietief in der Nationalromantik steckt «Zornfried», der 2019 erschienene Roman von Jörg-Uwe Albig, den Philipp Krebs nun als großes Musiktheater für das Staatstheater Kassel komponiert hat. Die Geschichte beginnt...
Am Anfang ist der Ton. Oder besser: Es sind vier Töne. Eine kleine Sekunde aufwärts, eine kleine Sekunde abwärts, dann ein Quartfall. Vier Töne, vier Silben: O-ce-a-ne. Noch bevor Oceane von Parceval, die geheimnisvolle Protagonistin von Detlev Glanerts gleichnamiger Oper, auf der Bühne erscheint, ist die Melodie ihres Namens schon präsent – als unbegleitete...
