Buddhistisches Allerlei
Param Vir, indisch-britischer Komponist, ist schon 1992 bei der seinerzeit von Hans Werner Henze geleiteten Münchener Biennale in Erscheinung getreten mit zwei Operneinaktern, in denen es um buddhistische Fabeln ging. Danach erschienen im großen Abstand zwei weitere Musiktheaterwerke und nun in Bonn eine neue Oper über Siddhartha Gautama und seinen Weg zum Buddha. Das Libretto stammt von dem 89-jährigen irisch-englischen Theaterdichter David Rudkin, der auch schon in München beteiligt war.
«Awakening», so der Titel dieses Mammutwerks in englischer Sprache, zeigt über zweieinhalb Stunden Spieldauer in lose miteinander verbundenen Szenen in aller Ausführlichkeit die Stationen des Siddhartha, wie er sich als behüteter Prinz aus dem Palast verabschiedet, bei Priestern und Philosophen keine Antworten auf seine Lebensfragen findet, den Versuchungen des bösen Geistes widersteht und schließlich zum Heilsgelehrten Buddha wird. Im zweiten Teil werden dann eine Reihe seiner Predigten und segensreichen Begegnungen gezeigt. All das hat David Rudkin aus den im sogenannten Pali-Kanon überlieferten Lehrreden entnommen. Das Ganze wird in eine fiktive Theateraufführung gekleidet, bei der sich eine ...
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Opernwelt April 2026
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Richard Lorber
Entspringt es mangelnder Spielplanabsprachen zwischen den Intendanzen oder einem tieferen gesellschaftlichen Anliegen, dass derzeit Francis Poulencs Tragödie «Dialogues des Carmélites» landauf, landab, zwischen Dresden, Karlsruhe, Nancy und demnächst in Stuttgart zu sehen ist? Wollen sich auch kleinere Opernhäuser mit dem Etikett «Erstaufführung» schmücken? Oder...
Die Räume im Palast mögen weiträumig sein, dennoch herrscht klaustrophobische Enge. Jedenfalls für Lisa. Die junge Frau steckt in einem Kinderzimmer fest wie in zu klein geratenen Kleidern. Dass ihre Puppen mitwuchsen, schränkt die ohnehin geringe Bewegungsfreiheit noch weiter ein. Lisa haust im Puppenheim. Infantilisiert, letztlich entmündigt. Den prospektiven...
Der weise Augustinus hatte ein höchst ambivalentes Verhältnis zur Musik. Einerseits war sie ihm verwerflicher sinnlicher Genuss, eine nachgerade unsittliche tentatio, andererseits bekannte er, eben dieser Versuchung, dem verführerischen Reiz des Klingenden, in schwachen Augenblicken zuweilen zu erliegen. Blaise Pascal wiederum sah darin eine logique du cœur; für...
