Verdeckte Umverteilung

Die Wiener Kultur ist gezwungen, heftige Sparmaßnahmen umzusetzen. Traditionsreiche Institutionen trifft es hart, populäre, niedrigschwellige Anbieter werden hingegen geschont oder sogar gefördert

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In Österreich dreht sich der Wind und pfeift der Hochkultur hart ins Gesicht. Das bisher herrschende Einverständnis über die Unantastbarkeit traditionsreicher Institutionen scheint außer Kraft gesetzt. Man bemerkt das veränderte Klima aktuell am forschen Umgang mit dem Intendanten der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, und man spürt es erdrutschartig in Wien, jener Stadt, für die einst das geflügelte Wort galt, das mal Gustav Mahler, mal Karl Kraus in die Schuhe geschoben wird: «Wenn die Welt untergeht, ziehe ich nach Wien; dort passiert alles 50 Jahre später.

» Doch nun ist Wien hoch verschuldet und muss dringend sparen. Neulich war noch alles bestens, gerade ein Jahr ist es her, dass sich die Stadt mit einem Budget von 22 Millionen Euro in die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des «Schani» stürzte. Der künstlerische Ertrag der großen Strauß-Sause fiel zwar durchwachsen aus, aber immerhin machte das Festival 2,5 Millionen Euro plus, die zurückgezahlt wurden. Der Walzerkönig ist heilig, der «Donauwalzer» ist einer der größten Exportschlager Österreichs, Strauß ist mehrheitsfähig und steht nicht unter Hochkulturverdacht. Oder jetzt doch? Wie anders ist zu verstehen, dass ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Regine Müller

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Ein Tausendseitenroman auf der Theaterbühne? Für Ewelina Marciniak kein Problem. 2021 formte sie die «Jakobsbücher» ihrer Landsfrau Olga Tokarczuk zu einem spannenden Abend. Ohnehin scheut die polnische Regisseurin vor Großprojekten nicht zurück: In Bern hat sie Wagners «Ring» inszeniert, an der Staatsoper Stuttgart nimmt sie sich Poulencs Musikdrama...

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Herr Kerkhof, lieben Sie Beckett?
Aber ja, sogar sehr.

Warum?
Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Ich weiß nur, dass er mich seit vielen Jahren begleitet. Beckett war ein Autor, den ich als junger Mann unbedingt lesen und verstehen wollte.

Wann sind Sie seinen Stücken das erste Mal begegnet?
Mit 22, 23 Jahren. Wirklich wichtig wurde Beckett allerdings erst...

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