Wer schlägt, der liebt

Dukas: Ariane et Barbe-Bleue am Teatro Real Madrid

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Dass seine einzige vollendete Oper mehr als ein Jahrhundert später eine derartige Brisanz entfalten würde, hätte sich Paul Dukas wohl kaum träumen lassen. Bis heute stellt «Ariane et Barbe-Bleue» der modernen Gesellschaft eine überaus präzise Diagnose. Das beweist Àlex Ollés Inszenierung am Teatro Real, die gnadenlos die Fassade von Gleichberechtigung und Wohlstand entlarvt. Auf der Bühne erwachen erschütternde Eurostat-Daten zum Leben: Rund 30 Prozent der Europäerinnen erleben häusliche Gewalt.

Die vermeintlich erfreulichen Statistiken mancher EU-Staaten zeugen keineswegs von einer abwesenden Tyrannei, sondern vom Schweigen der Opfer.

Die von Maurice Maeterlinck adaptierte Handlung eines Perrault-Märchens ist kurz und simpel: Ariane – Blaubarts sechste Ehefrau – widersetzt sich dem Verbot ihres Gatten und entdeckt im Verlies Schätze sowie fünf verschwundene Vorgängerinnen. Sie versucht, die Frauen ans Tageslicht zu führen, doch diese weigern sich beharrlich: Aus Furcht vor der Freiheit ziehen sie das vertraute Sklavendasein vor.

Der Auftakt zu Àlex Ollés Madrider Inszenierung wirkt zunächst befremdlich. Im Fast-Dunkel öffnen Ariane und ihre Amme die Schatzkammern, ihre ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Konstantin Nikischin

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