Theater heute August-September 2026
Foyer
Ist halt Sommer free
Immer höhere Temperaturen werden für Theater und Publikum eine Herausforderung
Aufführungen
Gute Geschäfte, schlechte Geschäfte
In Bochum erklärt Walter Bart Donald Trump mit «Die Kunst des Deals», nebenan in Essen lässt Sunan Gu in «Maus, Geld, Gespenst» ein paar globale Perspektiven aufeinandertreffen, die nicht zusammenkommen werden (der vollständige Stückabdruck in diesem Heft)
Doppelbilder, einzeln betrachtet
Im Schauspiel Bochum treffen Schillers «Die Räuber» auf Zwillingspaare. Inszenierungen von Lucia Bihler und Lies Pauwels
Queere Verwerfungen
Saisonfinale in Hamburg: Jamie Trautmann inszeniert «Drosseln» von Stef Smith im Rangfoyer des Schauspielhauses, Anne Lenk schenkt dem Thalia Theater Zak Zarafshans komödiantischen Hit «The Boys are kissing»
Herummatschen bis zur Schnappatmung
In Stuttgart gibt es zum Saisonende zweimal glänzendes Schauspieler:innentheater zu sehen – in der Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs «Sommersonnenwende» und mit Wolfram Lotz’ «Die Politiker»
Gratwanderungen
Leonie Böhm versteigt sich an den Münchner Kammerspielen in dem Roman «Mein kleines Prachttier» von Lucas Rijneveld, Claudia Bauer reanimiert Werner Schwabs «Präsidentinnen» und Silvia Costa durchleuchtet zwei Theatertexte von Marguerite Duras im Marstall
Mysterien des Jetzt
Sommer in Berlin: Jan-Christoph Gockels Antarktis-Recherche «Polaris», eine Koproduktion des Deutschen Theaters und der Ruhr- festspiele Recklinghausen, und Milan Peschels «Weißt du schon, wie schön es wird?» mit dem RambaZamba-Ensemble
Ideendramen à la Hollywood
Saisonfinale in Leipzig: Wilke Weermann inszeniert Sam Max’ «Wüste», Nuran David Calis Schillers «Die Jungfrau von Orleans»
Festival
Die Früchte des Watschenbaums
Milo Rau blickte auf 75 Jahre Festivalgeschichte zurück, rief eine Republik der Götter aus, lud Peter Thiel ein und wieder aus. Sonst noch was? Ach ja: 30 Theaterproduktionen gab’s bei den diesjährigen Wiener Festwochen auch
Nation, Geschlecht und Geschichte
Bislang hatten nur wenige Montenegro als Theaterland auf dem Zettel – das könnte sich mit dem 1st Showcase of Montenegrin Theatre ändern
Schön viel Sprache
Der Stückemarkt des Theatertreffens feiert Wiederauferstehung in einem neuen Format, und die Autor:innentheatertage des Deutschen Theaters wünschen gute Unterhaltung mit Simone Saftig, Gesa Geue und Marcus Peter Tesch
Porträt
Sensibilität und Superkräfte
Abdul Aziz Al Khayat hat mit 27 schon gefühlt drei Leben gelebt. Nach einer Kindheit in Damaskus, Adoleszenz in Kairo und Schauspielstudium in Frankfurt ist er jetzt am Staatstheater Wiesbaden angekommen
Festival
Festlicher Widerstand
Das brasilianische Kulturleben erholt sich erst langsam von den Nachwirkungen der Bolsonaro-Politik: Eindrücke vom Festival MITsp in São Paulo, dem Nervensystem der brasilianischen Theaterszene
Bilanz
In die Breite gedacht free
Am Ende der ersten Spielzeit der Zürcher Intendanz Pınar Karabulut und Rafael Sanchez gibt es in Sachen Publikumszuspruch noch Luft nach oben. Dabei war von ambitioniert nischig bis unterhaltsam vieles dabei, das Ensemble beeindruckt mit Spielfreude – und auch die Frauenquote stimmte
Chronik
Dann halt nicht wie früher!
Lothar Kittstein «500 Meter» (U) in Essen
Zarte Blutspuren
William Shakespeare «Hamlet» am Theater Bremen
Parasiten der Gegenwart
Kaleb Erdmann «Debritz» (U) am Staatstheater Karlsruhe
Zu Tode gerettet
Maria Lazar «Der blinde Passagier» am Volkstheater München
Ausgrenzungsgeschichten
Deirdre Kinahan «Refuge» (U) am Staatstheater Mainz
Wein ohne Ende
Molière «Der Menschenfeind» am Deutschen Nationaltheater Weimar
Daten
Magazin
Deine Stimme wird gehört
Der künstlerische Leiter des Zürcher Theaterspektakels Matthias von Hartz im Gespräch über den Demokratieschwerpunkt beim diesjährigen Festival
Konkurrenz der Schicksale free
In «Stop Being Poor» von Studio Julian Hetzel wird ein bedingungsloses Grundeinkommen zum Bühnenexperiment: Wer es erhält, entscheidet ein Live-Wettstreit am Theater Rampe
Wider die Sprachlosigkeit
Das Citizen.KANE.Kollektiv zieht durch Freiberg bei Stuttgart auf der Suche nach Georg Büchner heute – «70437 Woyzeck»
Der 41. Job
«Mi Madre y el Dinero» («Meine Mutter und das Geld») von Anacarsis Ramos/Pornotráfico macht aus der Not eine Tourneetugend, u.a. im HAU Hebbel am Ufer
Das Große im Kleinen
Annekatrin Hendels Dokumentarfilm «Hiddensee» erzählt 100 Jahre deutsche Geschichte im Kosmos einer sehr kleinen Insel
Gespräch mit (lebenden) Toten
Kolumne: Wenn sich Bazon Brock mit Jürgen Habermas übers Autodach gelehnt unterhält und Goethe, Novalis, Aristoteles dazukommen
Impressum
Stückabdruck
Sunan Gu: Maus, Geld, Gespenst
© Suhrkamp Theater Verlag 2025