Gespräch mit (lebenden) Toten

Kolumne: Wenn sich Bazon Brock mit Jürgen Habermas übers Autodach gelehnt unterhält und Goethe, Novalis, Aristoteles dazukommen

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Dieses Jahr darf ich beim Schweizer Dramenprozessor junge Autor:innen beim Erarbeiten ihrer Stücke begleiten. Es geht viel um dramaturgische Fragen, auch um solche des Schreibprozesses: Wann ist der Moment für Improvisation, wann für Struktur? Und wie komme ich überhaupt zu den Harmonien und Tonleitern, damit ich bei jeder Schreib-Jam-Session mit dem Stück vorankomme?

In einer Sitzung aber habe ich den Schreibenden drei Fragen gestellt, die uns so oder so ähnlich Lukas Bärfuss vor 15 Jahren am Schweizerischen Literaturinstitut mitgegeben hatte: 
1.

Warum schreibt ihr fürs Theater?
2. Was ist euer Ziel, euer Traum fürs dramatische Schreiben?
3. Woran merkt ihr, dass ihr Erfolg habt?

Mir gefallen diese Fragen, weil sie Platz für Idealismus und Schwärmerei, aber auch für Ehrgeiz lassen. Und auch an die ursprüngliche Begeisterung fürs Theater rühren, die doch von Theatermensch zu Theatermensch verschieden ist.

Meine ersten bewussten, prägenden Theatermomente waren am Schauspiel Leipzig. Restekarte an der Abendkasse für fünf Euro, reingegangen, wann immer man konnte, alles angeschaut, aufgesaugt, nicht alles verstanden. Als Jugendlicher war da ganz weit hinten im Kopf, gut versteckt, ...

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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Wolfram Höll

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