Nation, Geschlecht und Geschichte

Bislang hatten nur wenige Montenegro als Theaterland auf dem Zettel – das könnte sich mit dem 1st Showcase of Montenegrin Theatre ändern

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Warum sollten wir noch einmal im Müll der Vergangenheit wühlen?! Was hat die Majestät eines verlorenen kleinen Königreichs Euch noch zu erzählen?», fragt die Schauspielerin Varja Dukic beim Prolog das Publikum. Der gesamte Cast der Inszenierung hat sich an der Rampe versammelt. «Sollen wir uns eingestehen, dass die Geschichte uns nichts gelehrt hat?»

Im Februar feierte Radmila Vojvodics «Prinzessin Ksenija von Montenegro» seine Premiere im Nationaltheater von Podgorica als Remake und Kommentar auf die Uraufführung im Jahr 1994.

Damals hatte das Stück ganz unmittelbar den politischen Nerv der Zeitgeschichte getroffen: den Zerfall Jugoslawiens in unabhängige Nationalstaaten und die Eskalation dieser Konflikte in ethnisch motivierte Kriege. («Februar ’94. Der Bürgerkrieg tobt, Jugoslawien zerfällt blutig. Das Leben steht still, die Menschen harren in Schutzräumen aus, der Tod ist alltäglich.»)

Lange stand Montenegro, mit aktuell ca. 625.000 Einwohner:innen das kleinste Land in der ehemaligen Sozialistischen Föderativen Republik, an Serbiens Seite in der 1992 gegründeten «Bundesrepu -blik Jugoslawien». Erst 1998 distanzierte sich der damalige neue Pre -mierminister Milo Dukanovic vom ...

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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Festival, Seite 40
von Anja Quickert

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