Ausgrenzungsgeschichten

Deirdre Kinahan «Refuge» (U) am Staatstheater Mainz

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Wer an Irland denkt, kann rasch ins Träumen geraten. Satte, grüne Landschaften entstehen vor dem inneren Auge – und derzeit auch auf der Bühne des Mainzer Staatstheaters, wo tatsächlich eine liebliche Wiese vor zwei gemauerten Rundbögen und einer alten Kutsche liegt. Selbstverständlich mit Efeu. Es ist die verschnörkelte Kulisse für eine verblüffende, so noch nie auf deutschen Bühnen erzählte Begebenheit: Im 18. Jahrhundert wanderten zahlreiche Pfälzerinnen und Pfälzer auf Einladung irischer Landlords auf die Insel aus.

Man darf von einer klassischen Win-win-Situation sprechen. Die Großgrundbesitzer konnten dadurch den Protestantismus stärker verankern, die deutschen Auswanderer Krieg und Elend auf dem Kontinent entfliehen.

Zu Letzteren zählt Hannah (Hannah von Peinen), die Hauptfigur in Deirdre Kinahans «Refuge», uraufgeführt von Jim Culleton. Sie führte ein gutes Leben, bis sie sich in einen Einheimischen (Aidan Kelly) verliebt, der der Gruppe der von der Regierung enteigneten «Houghers» angehört. So gerät die Protagonistin rasch zwischen die Fronten. Dort die geschätzten Deutschen, die sogar Milizen gegen die Gesetzlosen gründen, da die unliebsamen Rebellen.

Dass der Konflikt ...

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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Björn Hayer

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