Festlicher Widerstand
Was passiert mit einer Theaterszene, wenn der zum Faschismus neigende Bösewicht nicht mehr an der Macht ist, die Strukturen jedoch, die ihn gestärkt haben, weiter bestehen bleiben? Diese Frage beschäftigt die 13. Ausgabe des Festivals MITsp, das im März 2026 in Theatern und Kulturzentren, auf der Straße und in improvisierten Räumen in ganz São Paulo stattfand, auf faszinierend paradoxe Weise. Die 2014 von Antônio Araújo und Guilherme Marques gegründete «Mostra Internacional de Teatro de São Paulo» hat sich von Anfang an nicht nur als Festival verstanden.
Das Hauptprogramm bringt große internationale Produktionen nach São Paulo, die Plattform «MITbr» hat jedoch eine andere Funktion: die Verbreitung brasilianischer Produktionen. In einem Land, das gut 80 Prozent der Fläche Europas einnimmt, in dem Geografie, Infrastruktur und Finanzierung zu enormen Ungleichheiten kultureller Sichtbarkeit führen, beginnt «Internationalisierung» intern. Bevor ein Stück nach Berlin, Brüssel oder Avignon reisen kann, muss es in der Regel zuerst in São Paulo auf nationaler Ebene wahrgenommen werden. Araújo versteht MITsp als Gegenbewegung zu einer internationalen Wahrnehmung Brasiliens, die oft einzelne ...
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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Festival, Seite 52
von Teresa Bernauer
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Die Redaktion...
