Queere Verwerfungen

Saisonfinale in Hamburg: Jamie Trautmann inszeniert «Drosseln» von Stef Smith im Rangfoyer des Schauspielhauses, Anne Lenk schenkt dem Thalia Theater Zak Zarafshans komödiantischen Hit «The Boys are kissing»

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Drei Leben: Rebecca (Linn Reusse) wurde von ihrem Partner verlassen, leidet, quält ihren Körper und zerstört die Wohnungseinrichtung (sowie den teuren Flachbild-Fernseher ihres Ex). Ihre Nachbarin Anna (Christiane von Poelnitz) kommt mit ihrer Angst vor der Außenwelt nicht klar und flüchtet sich in eine Hikikomori-Existenz. Und Sam (Heinrich Horwitz) befindet sich im Transitionsprozess und erlebt einen queerfeindlichen Gewaltausbruch.

Diese drei Existenzen begegnen sich meist im Treppenhaus einer Mietskaserne (beziehungsweise an der Tür, Anna geht ja nicht raus), sie leiden an ihrer Situation und verletzen einander, aber sie wachsen auch aneinander und gehen am Ende gestärkt aus dem Geschehen hervor.

Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg hat sein eigentlich kaum für Theateraufführungen geeignetes Rangfoyer als Ort etabliert, an dem sich Nachwuchskräfte mit kleinen Produktionen ausprobieren können, Annalisa Engheben zeigte hier erste Arbeiten oder Patricia Camille Stövesand. Und Jamie Trautmann, im Hauptberuf Regie -assistentin am Haus, hat sich Stef Smiths «Drosseln» angenommen (im englischen Original «Swallow», was einen anderen Doppelsinn anspricht als die deutsche Fassung, auf ...

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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 15
von Falk Schreiber

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