Queere Verwerfungen
Drei Leben: Rebecca (Linn Reusse) wurde von ihrem Partner verlassen, leidet, quält ihren Körper und zerstört die Wohnungseinrichtung (sowie den teuren Flachbild-Fernseher ihres Ex). Ihre Nachbarin Anna (Christiane von Poelnitz) kommt mit ihrer Angst vor der Außenwelt nicht klar und flüchtet sich in eine Hikikomori-Existenz. Und Sam (Heinrich Horwitz) befindet sich im Transitionsprozess und erlebt einen queerfeindlichen Gewaltausbruch.
Diese drei Existenzen begegnen sich meist im Treppenhaus einer Mietskaserne (beziehungsweise an der Tür, Anna geht ja nicht raus), sie leiden an ihrer Situation und verletzen einander, aber sie wachsen auch aneinander und gehen am Ende gestärkt aus dem Geschehen hervor.
Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg hat sein eigentlich kaum für Theateraufführungen geeignetes Rangfoyer als Ort etabliert, an dem sich Nachwuchskräfte mit kleinen Produktionen ausprobieren können, Annalisa Engheben zeigte hier erste Arbeiten oder Patricia Camille Stövesand. Und Jamie Trautmann, im Hauptberuf Regie -assistentin am Haus, hat sich Stef Smiths «Drosseln» angenommen (im englischen Original «Swallow», was einen anderen Doppelsinn anspricht als die deutsche Fassung, auf ...
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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 15
von Falk Schreiber
Wer an Irland denkt, kann rasch ins Träumen geraten. Satte, grüne Landschaften entstehen vor dem inneren Auge – und derzeit auch auf der Bühne des Mainzer Staatstheaters, wo tatsächlich eine liebliche Wiese vor zwei gemauerten Rundbögen und einer alten Kutsche liegt. Selbstverständlich mit Efeu. Es ist die verschnörkelte Kulisse für eine verblüffende, so noch nie...
Maniac» bedeutet «Mathematical and Numerical Integrator and Computer» und ist das Akronym für einen ersten Universalrechner in den kalifornischen 1950er Jahren, der damals mit tonnenschweren Glasröhren noch ein ganzes Stockwerk einnahm. Man konnte in ihn eintreten und den Bits beim Sausen zuschauen. Der Kopf dahinter war der in Budapest geborene Mathematiker János...
Chloe hat ein Problem. Tropfnass, gesichtsbandagiert und mit entsprechend eingeschränktem Sehvermögen steht sie in einem schäbigen Motelzimmer irgendwo in der kalifornischnevadischen Wüste herum. Und wer nach dem Poolbesuch noch nicht mal das eigene Handtuch findet, den sollte man erst recht nicht nach einem stabilen Selbstbild fragen.
Keine Peilung, nirgends also...
