Das Große im Kleinen
Gerade mal 17 schmale Kilometer lang ist die Insel vor Rügen, auf der sich seit 100 Jahren Intellektuelle, Künstler, Schauspieler treffen, um Freiheit zu leben, «klein genug, um zu schauen, wie sich Persönliches und Geschichte ineinander schiebt». Annekatrin Hendel, die große dokumentarische Chronistin des intellektuellen Lebens in der DDR, u.a. mit ihrer «Verrats»-Trilogie über den Schriftsteller Paul Gratzik, Sascha Anderson und die Familie Brasch, kennt Hiddensee seit ihrer Jugend in den 1980ern.
Vor zehn Jahren ist sie zurückgekehrt, und ihr Film «Hiddensee» erzählt eine Geschichte, die noch sehr viel weiter zurückreicht, ins vergangene Jahrhundert, als sich die Insel zum Sehnsuchtsort und Treffpunkt einer künstlerischen Elite entwickelte. Gleich zu Beginn reiht die Regisseurin im Voiceover die Namen aneinander, die sich im «Romanischen Café an der Ostsee» versammelten, von Stummfilmstar Asta Nielsen über Friedrich Wilhelm Murnau, Sigmund Freud, Billy Wilder, Stefan Zweig, Hans Fallada, Thomas Mann bis zu Else Lasker-Schüler, Mascha Kaleko, die Stimme wird leiser, verhallt, es könnte endlos weitergehen. Im Zentrum und immer wieder in historischen Aufnahmen durch den Film ...
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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Barbara Burckhardt
Alle drei Jahre ruft Theater der Welt, diesmal in die sächsische Provinz nach Chemnitz. Ein Report über ein ungewöhnlich kuratiertes Festival
Warum hat sich eigentlich in Zeiten der Klimakrise noch niemand mit den Auswüchsen des Tourismus beschäftigt? Rebekka Kricheldorfs «Welcome to Schöny – Please get the fuck out!» hält dagegen. Der Stückabdruck
Die Redaktion...
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Ein Frosch schlendert über das weite, leere Parkdeck, lässt den Blick schweifen über das bisschen Essener Skyline bis zu den Abraumhalden der Vergangenheit. Er spielt in komischer Deutlichkeit «unbeteiligt»: die Standardrolle all jener, die aus Gründen doch mal hierherkommen müssen in die Innenstadt, die wahlweise als herunterkommen, trashig oder gar gefährlich...
