Das Große im Kleinen
Gerade mal 17 schmale Kilometer lang ist die Insel vor Rügen, auf der sich seit 100 Jahren Intellektuelle, Künstler, Schauspieler treffen, um Freiheit zu leben, «klein genug, um zu schauen, wie sich Persönliches und Geschichte ineinander schiebt». Annekatrin Hendel, die große dokumentarische Chronistin des intellektuellen Lebens in der DDR, u.a. mit ihrer «Verrats»-Trilogie über den Schriftsteller Paul Gratzik, Sascha Anderson und die Familie Brasch, kennt Hiddensee seit ihrer Jugend in den 1980ern.
Vor zehn Jahren ist sie zurückgekehrt, und ihr Film «Hiddensee» erzählt eine Geschichte, die noch sehr viel weiter zurückreicht, ins vergangene Jahrhundert, als sich die Insel zum Sehnsuchtsort und Treffpunkt einer künstlerischen Elite entwickelte. Gleich zu Beginn reiht die Regisseurin im Voiceover die Namen aneinander, die sich im «Romanischen Café an der Ostsee» versammelten, von Stummfilmstar Asta Nielsen über Friedrich Wilhelm Murnau, Sigmund Freud, Billy Wilder, Stefan Zweig, Hans Fallada, Thomas Mann bis zu Else Lasker-Schüler, Mascha Kaleko, die Stimme wird leiser, verhallt, es könnte endlos weitergehen. Im Zentrum und immer wieder in historischen Aufnahmen durch den Film ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August-September 2026
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Barbara Burckhardt
Figuren
Lin, 24
Ming, 36, Lins Bruder
Sarah, 27
Mr. Mouse, 52
Feng, 27
Ein paar Mäuse
Sarah und Feng sind in Berlin, alle anderen in Beijing. Die Mäuse können von allen im Ensemble gespielt werden.
SZENE 1 Jemand aus der Stadt
Mr. Mouse Ich gehe frühmorgens gerne laufen, in der Nähe meiner Wohnung, es ist eine saubere, ruhige Gegend. Am liebsten laufe ich um den...
Es steht nicht gut um die Kunst. Verfassungsrechtlich frei, muss sie sich förderpraktisch zunehmend an ihrem gesellschaftlichen Mehrwert messen lassen – Kunst als Dienstleisterin. Folgerichtig wählt «Stop Being Poor» aus dem Studio Julian Hetzel am Stuttgarter Theater Rampe den direktesten Weg zum sozialen Wandel: Ein Mensch bekommt Geld. 15.000 Euro, ausgezahlt...
Was passiert mit einer Theaterszene, wenn der zum Faschismus neigende Bösewicht nicht mehr an der Macht ist, die Strukturen jedoch, die ihn gestärkt haben, weiter bestehen bleiben? Diese Frage beschäftigt die 13. Ausgabe des Festivals MITsp, das im März 2026 in Theatern und Kulturzentren, auf der Straße und in improvisierten Räumen in ganz São Paulo stattfand, auf...
