Ideendramen à la Hollywood

Saisonfinale in Leipzig: Wilke Weermann inszeniert Sam Max’ «Wüste», Nuran David Calis Schillers «Die Jungfrau von Orleans»

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Chloe hat ein Problem. Tropfnass, gesichtsbandagiert und mit entsprechend eingeschränktem Sehvermögen steht sie in einem schäbigen Motelzimmer irgendwo in der kalifornischnevadischen Wüste herum. Und wer nach dem Poolbesuch noch nicht mal das eigene Handtuch findet, den sollte man erst recht nicht nach einem stabilen Selbstbild fragen.

Keine Peilung, nirgends also – und dieser Zustand, den Paulina Bittner hier als Chloe in Wilke Weermanns Sam-Max-Inszenierung «Wüste» stilsicher auf die DiskothekBühne des Schauspiels Leipzig bringt, ist gleichermaßen hochsymbolisch wie selbst gewählt: «Berühmte Schauspielerin Ende 30 – 40», die sie laut Personenverzeichnis ist, hat Chloe sich gerade einem Facelifting unterzogen, Augen-Lasern inklusive. Und weil so ein schnöder Selbstoptimierungstrip natürlich deutlich weniger Fallhöhe besitzt als ein richtig in die Vollen greifendes Räuberpistolen-Schicksal à la Hollywood, betreibt sie berufszynischen Relevanz-Vampirismus und lässt sich – mit ihrer persönlichen Assistentin Hannah als Anspielpartnerin – schon mal tief in die Rolle hineinfallen, die sie in Kürze am nahegelegenen Set zu spielen gedenkt. Immerhin teilt Chloe mit ihrer Filmfigur Sarah ...

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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 27
von Christine Wahl

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