Mysterien des Jetzt

Sommer in Berlin: Jan-Christoph Gockels Antarktis-Recherche «Polaris», eine Koproduktion des Deutschen Theaters und der Ruhr- festspiele Recklinghausen, und Milan Peschels «Weißt du schon, wie schön es wird?» mit dem RambaZamba-Ensemble

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Die Antarktis und das Weltall haben eins gemeinsam: Ungeschützt kann der Mensch dort nicht überleben. Dringt er dennoch, etwa aus Neugier oder zu Forschungszwecken, in sauerstoffarme oder eiskalte Weiten vor, bleiben seine Bewegungs- und Handlungsspielräume extrem begrenzt. Die größte Herausforderung im menschenfeindlichen Umfeld ist deshalb vermutlich die Langeweile. Auch wenn es in Jan-Christoph Gockels Doku-Theaterstück «Polaris» zunächst so aussieht, als sei die größte Bedrohung des Menschen, wie sonst überall, der «Scheißmensch».

Inspiriert wurde der Regisseur nämlich von einem realen Mordversuch, der sich 2018 auf der russischen Bellingshausen-Station zutrug. Dort stach der 54-jährige russische Ingenieur Sergej Sawizki mit einem Küchenmesser auf seinen 52-jährigen Kollegen Oleg Belogusow ein. Und zwar – so berichtete der «Spiegel» – weil Letzterer dem Angreifer ungefragt den Ausgang eines Krimis gespoilert hatte. Klingt fast nach einer Komödie, zumal das Opfer überlebte.

Jan-Christoph Gockel überließ nichts der Fantasie und setzte umfangreiche, vermutlich kostspielige und kerosinintensive Recherchen in Gang. Zum einen schickte er den russischen Regisseur und Performer Sergei ...

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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Eva Behrendt

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