Wein ohne Ende
Wenn der Partyservice Trinktier zum Weinfest lädt, dann kommen sie alle, um sich an rustikalen Biertischen unter Lichterketten einmal so richtig die Kante zu geben. Und um mit der Weinkönigin Célimène (Katharina Hackhausen) zu flirten, die als Pappaufsteller gleich zum Start als Hauptattraktion ausgewiesen wird.
Regisseur Jörg Pohl verlegt Molières «Menschenfeind» in Weimar auf’s Dorffest und lässt gleich zum Anfang mal effektvoll einen Traktor auffahren, den Mona Zarreh Hoshyari Kkah in schönen Bögen über die Open-Air-Bühne am E-Werk schiebt, bevor sie ihren Getränkewagen aufschließt (Bühne und Kostüme Lena Schön, Helen Stein). Das Weinfest kann beginnen, und es gilt, wie ein Plakat verkündet: «Suchest Wahrheit du im Wein, höre nicht beim ersten Glas auf.»
Und bei einer Flasche wird es hier nicht bleiben, der ganze Abend ist als kollektives Besäufnis angelegt. Die Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger reichert das Drama nochmal ordentlich mit Moderni -täten an, ohne das Stück großartig anzutasten. So wird aus dem schwachen Poeten Oronte, den Fabian Hagen als eine Art Frank Zander im Ferrari-Glitzer-Look wunderschön prätentiös gibt, ein billiger Schlager-Imitator, dessen ...
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Theater heute August-September 2026
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Torben Ibs
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