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Theater heute Dezember (12/2008) Vergriffen

Theater heute Dezember 2008


Foyer

«Ich find’s eine großartige Situation!»

Der Kapitalismus ist nach wie vor ohne Alternative, auch wenn er jetzt etwas kleinlauter geworden ist. Das ist allerdings weniger ein Chance für die Moral als ein Problem für die Demokratie.


Finanzmarkt Spezial

Liebe TINA, es geht dir gut!

Der Kapitalismus hat gerade schwer enttäuscht. Vor noch nicht einmal 20 Jahren ist der osteuropäische Staats­sozialismus sang- und klanglos kollabiert, seitdem galt die unsichtbare Hand des freien Marktes als globaler Heils­bringer. Und nun das: die größten Banken weltweit am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Trotzdem werden wir weiter mit dem Kapitalismus leben müssen, denn er ist einfach nicht kaputtzukriegen, meint Diedrich Diederichsen. Was ihn nicht netter macht. Also wird man ihm umso genauer auf die Finger sehen müssen. Zum Beispiel in Nürnberg, wo das Ende der AEG in einem dokumentarischen Theaterprojekt zu erleben ist. Oder mit Stücken, die noch bis vor kurzem als gründlich ausrangiert galten: eine Umfrage unter Dramaturgen.

Ein Gewinner der Krise steht schon fest: der Staat. Ohne ihn, der noch vor wenigen Monaten als Erpressungsopfer der weltumspannenden Konzerne galt, geht zur Zeit gar nichts mehr. Und mit ihm bestätigt sich eindrucksvoll das öffentlich finanzierte deutschsprachige Theatersystem. Denn der Blick nach New York zeigt: Sponsoren sind schön, wenn sie Geld übrig haben. Wenn nicht, sind sie weg. Erfreulicherweise gilt für die Bühnen hierzulande, was in Freiburg über dem Theater hängt: Bei uns ist ihr Geld sicher.

«Und dann beginn ich was Neues»

AEG heißt jetzt: «ArbeitsEnde: Gestern» und ist ein Theaterprojekt in Nürnberg. Eine Reportage vor Ort über die Wirklichkeit und was aus ihr geworden ist

Bret Easton Ellis: «American Psycho»
Oscar Wilde: «Bunbury»
George Bernhard Shaw: «Major Barbara»
William Shakespeare: «Timon von Athen»
Dea Loher: «Unschuld»
Max Frisch: «Homo faber»

Keep hanging on

Die Auswirkungen von Rezession und Wall-Street-Crash auf die New Yorker Theaterszene sind noch nicht zu ermessen. Man will Zuversicht zeigen, doch im Hintergrund ist vor allem eines zu spüren: blanke Panik


Aufführungen

Der gerechte Zorn

Hamburg in den Zeiten des Crashs: Volker Lösch und sein Bürgerchor passen im Schauspielhaus Peter Weiss’ «Marat/Sade» den Verhältnissen an, Stephan Kimmig liefert im Thalia Theater die Einzelfallstudie «Kasimir und Karoline» dazu

Frühgeburten, Vorläufer, Puzzleteile

Bernard-Marie Koltès mit zwei deutschsprachigen Erstaufführungen früher Stücke zurück auf deutschen Bühnen: «Trunkener Prozess» in Kassel, «Hamlet. Tag der Morde» in Stuttgart

Spaß und Gewalt

Lustiges Männerbündeln mit Prügelzulage: Dejan Dukovskis «Das Pulverfass», ein Remake von Dimiter Gotscheff in Berlin


Akteure

«Viele haben ihre Schubladen»

Ein Gespräch mit Ulrike Syha über Stipendien, Stückaufträge, den Dramatikermarkt und einige Veränderungen beim Schreiben

Liebe als System

Ulrike Syhas «Privatleben», uraufgeführt in Chemnitz

Grenzen überschreiten

Die englische Regisseurin Katie Mitchell hat sich immer schon vom kontinentalen Theater inspirieren lassen. Jetzt inszeniert sie in Köln


Porträt

Aus dem Ohrensessel um die Welt

Porträt des Schauspielers in mittleren Jahren und als neuer Peer Gynt: Michael Wittenborn


Start

Wir sind Bohème

Sebastian Hartmann pumpt viel Nebel ins Schauspiel Leipzig, unterzieht es aber auch einer Verjüngungskur. Und landet seinen ersten Volltreffer mit Jürgen Kruses Molière-Inszenierung «Don Juan»


Chronik

Geist der Zersetzung

Thomas Bernhard «Alte Meister»

Freudlos, Freud-los

Arthur Schnitzler «Anatol»

Im Café today

Shakespeare «Der Kaufmann von Venedig»

Mord im Wald

Nach Andrea Maria Schenkel «Tannöd»

Spiel, Satz, Sieg

Peter Handke «Das Spiel vom Fragen»

Hoffnung auf Änderung

Jan Neumann «Herzschritt»

Paradies Psychiatrie

Iwan Wyrypajew «Juli»

Neues vom Waldsterben

Anja Hilling «Schwarzes Tier Traurigkeit», Volker Schmidt «Die Mountainbiker»


Daten

Daten


Magazin

Schlusskonferenz oder Der Rest ist Schreiben

Dramolett: Dokumentarisches Satyrspiel zum Hamlet-Musical «Der Prinz von Dänemark» von Harald Schmidt in Stuttgart von und mit Andreas Jüttner

Murder stuff und andere Menschheitsträume

Gisèle Vienne, Meg Stuart und BADco. beim Steirischen Herbst in Graz

Abfahrt auf der Hirnpiste

Seit 25 Jahren bewahrt und entdeckt der Alexander-Verlag Theatertheorie, Literatur und mehr

Knopf im Ohr

Peter Zadek wirbt in einem Pressemailing für sein neues Hörgerät


Magazin/Theaterzeitung

Akt zur Selbsthilfe

Die Kölner freien Theater wollen sich ihre eigene Kritik in der Theaterzeitung «Akt» finanzieren


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