Abfahrt auf der Hirnpiste
Die Legende geht, Alexander Wewerka habe 1983 bei der Gründung und gewerblichen Anmeldung seines Verlags nicht mal einen Namen für dieses Projekt gehabt. Im letzten Moment fiel ihm der eigene Vorname ein und eine Grafik von Roland Topor in die Hand. Der auf einem Gehirn wedelnde Skiläufer wurde, soweit ich das beurteilen kann, zum ungewöhnlichs-ten Logo der deutschen Verlagslandschaft. Der Schauspielschüler und gelernte Buchhändler Alexander wollte abenteuerliche Hirnloipen und steile Abfahrtspisten mit damals entlegener oder vergriffener Theaterliteratur an- und verlegen.
Peter Brooks «Der leere Raum» wurde zum Wegweiser für das, was Wewerka auf den Weg brachte: Theorie, nicht als Wissenschaft, sondern aus Erfahrung und mit der Lust der Praktiker. Das wurden die Longseller, die mittlerweile in keinem Fußnotenapparat mehr fehlen, wenn es um die Wege der jüngeren Theatergeschichte geht.
Müller, Fauser, Mamet
Ein großer Paukenschlag dann 1992 mit der ersten Buchausgabe von Heiner Müllers gesammelten Gedichten. Ohne Vor- und Nachwort, in «brutaler Chronologie», wie sie der Meister später für seine Werkausgabe (bei Suhrkamp) verfügte, wurde der Band in grauem Leinen bald zu einem ...
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Eine Stellenanzeige in der «Zeit» war der erste Schritt in die Öffentlichkeit: Köln soll eine neue unabhängige monatliche Zeitung für Darstellende Künste erhalten, dafür wurde, überregional wohlgemerkt, ein hochmotivierter Chefredakteur gesucht.
Kulturpolitisch bemerkenswert: Die Initiatoren der neuen Theaterzeitung sind die Kölner Theater selbst, durch ihre...
Zeit: 27. Oktober 2008, der Montag nach der Premiere
Ort: Die Feuilleton-Titelseiten
Stimmen:
MODERATOR
Matthias HEINE («Endlich mal wieder Strumpfhosen», Die Welt)
Ralf-Carl LANGHALS («Wunder gibt es immer wieder», Mannheimer Morgen)
Peter MICHALZIK («Best of Germany», Frankfurter Rundschau)
Roland MÜLLER («Demut, dein Name ist Schmidt», Stuttgarter Zeitung)
Christopher...
Dieser Monolog hat ja eine eigenartige soghafte Qualität. Ein Rausch der Brutalität, gehetzt, sprachlich verdichtet und zur mystischen Selbstauflösung überhöht. «Juli» von Iwan Wyrypajew (1974 in Ostsibirien geboren) spielt in naher Zukunft, im Jahr 2013 in der Irrenanstalt von Smolensk. Und es spielt in unseren Tagen; denn der dannzumal 63-jährige Ich-Erzähler...
